Premiere : Bewegendes Happy End

Ehepaar im Ruhestand: Jürgen Gissel und Uta Metreveli spielen die Hauptrollen in dem Stück „Die Auster“.
Ehepaar im Ruhestand: Jürgen Gissel und Uta Metreveli spielen die Hauptrollen in dem Stück „Die Auster“.

Das Kleinstadttheater Nortorf präsentierte erstmals das Stück „Die Auster“. Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar im Ruhestand.

shz.de von
20. August 2018, 17:07 Uhr

Im aktuellen Stück des Kleinstadttheaters Nortorf „Die Auster“ von Didier Caron geht es um ein Ehepaar im Ruhestand: „Er“ verdächtigt „Sie“ der Untreue, entwickelt einen verwegenen Plan, und das Verwirrspiel nimmt seinen Lauf.

Eheliche Beziehungs- und Sexprobleme werden teils komisch, aber auch offen und direkt angesprochen. Am Ende gibt es ein bewegendes Happy End. Die Ehefrau als Synonym einer Auster, die sich öffnet und ihre Liebes-Perle freigibt. Wenn Alt und Jung, der weise Oliver (glaubwürdig schüchtern: Zeynel Sensoy) und der von misstrauischen Gefühlen getriebene Alt-Immobilienmakler Bernhard, zusammen treffen, werden schnell Generations-Unterschiede im Umgang mit Frauen deutlich – wie auch Bernhards Frau Viviane (textsicher, starke Entwicklung) im Kontakt mit der jungen Schauspielerin Cindy (herausragend: Kerstin Schwertfeger) aufblüht und sich in Sachen „Sex“ bemerkenswert klar äußert.

Zum Schluss finden Bernhard und Viviane, gespielt von Jürgen Gissel und Uta Metreveli, doch wieder zusammen. Mit „ich wäre gerne derjenige, der Ihnen für den Rest des Lebens Freude macht!“ beginnt er den Neuanfang. Cindy und Oliver haben sich auch gefunden. Ende gut – alles gut! Allerdings am Premierenabend noch mit Schönheitsfehlern: Zwei Stunden Theater am Stück sind zu lang! Nach spätestens einer Stunde täte nicht nur dem Stück, sondern auch dem Publikum eine Pause gut. Damit „eine turbulente Komödie voller Wortwitz und Situationskomik dem Zuschauer die Lachtränen in die Augen treibt“ (Ankündigung) ist deutlich mehr Tempo erforderlich. Dennoch: Niemand aus dem Publikum wäre an diesem Abend in der Lage gewesen, auswendig auch nur annähernd so viel Text zu sprechen und auf der Bühne spielend zu präsentieren. Das verdient größte Anerkennung.

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