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Büdelsdorf : Bewegende Berichte von der Flucht über das Meer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Männer aus Syrien lieferten Informationen „aus erster Hand“. Gesprächsreihe wird fortgesetzt.

Wie war das Leben in Syrien vor dem Bürgerkrieg, wie ist es seit 2011? Auf welchen Wegen sind wir nach Deutschland gekommen? Wie leben wir jetzt? Auf diese und andere Fragen gaben drei junge Männer aus Syrien im Gymnasium Kronwerk am Donnerstag „Antworten aus erster Hand“.

Alayham Mahfoud ist seit 16 Monaten in Deutschland und wohnt jetzt in Eckernförde. Über die Vereinigten Arabischen Emirate, Italien, Schweden, wo sein Asylantrag abgelehnt wurde, kam der 21-Jährige nach Eckernförde. „Das Wichtigste für mich war, schnell Deutsch zu lernen“, machte er deutlich. Da habe er jetzt das Niveau erreicht, sein Studium der Zahnmedizin fortzusetzen.

Edlbe Bilal hat seit 2011 als Apotheker in der syrischen Hauptstadt Damaskus gearbeitet. Von der ägyptischen Hafenstadt Alexandria kam er mit einem kleinen Boot auf die italienische Insel Lampedusa. „Die acht Tage auf dem Meer waren wie acht Jahre“, machte der 29-Jährige die Strapazen und Gefahren der Überfahrt deutlich. Zehn Monate hat es gedauert, bis er eine Aufenthaltsgenehmigung bekam. Bilal, der in Kiel wohnt, will jetzt weiter studieren. Einen tiefen Eindruck bei den 150 Zuhörern machten die Schilderungen von Mahmoud Adoaldhj. Der 24-Jährige Elektrotechniker zeigte Bilder und ein Handy-Video von seiner Flucht über das Mittelmeer. Nicht alle der Bootsinsassen überlebten die 13-tägige Fahrt.

Idun Hübner von der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migranten (ZBBS) in Kiel berichtete über die rapide steigenden Flüchtlingszahlen. Sie machte deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge in den direkten Anrainerstaaten Zuflucht suchen und nicht den Weg nach Europa einschlagen. Für die Menschen, die in Deutschland einen Asylantrag stellen, sei es von entscheidender Bedeutung, schon während der Wartezeit auf ihren Bescheid, die häufig mehr als ein Jahr dauert, Möglichkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache bekommen. „Sonst fangen sie dann erst bei Null an.“

„Wir haben hier sehr beeindruckende Momente erlebt“, sagte Birgit Heß, 1. Vorsitzende des Fördervereins Kronwerk-Gymansium, der die Gesprächsreihe „Flucht und Vertreibung“ organisiert. Die Reihe soll fortgesetzt werden und ist öffentlich. Renate Fritzsche, Leiterin des Kronwerk-Gymnasiums, stellte fest: „Durch die Schilderungen der drei Männer aus Syrien konnten wir hautnah miterleben, was Flucht bedeutet.“

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