Kirchenkreis : Bescherung mit Wermutstropfen

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Ein stabiler Haushalt ist in der Sitzung der Kirchenkreissynode Rendsburg-Eckernförde verabschiedet worden. „Die Zahlen sehen insgesamt gut aus“, sagte Propst Matthias Krüger. Dennoch bleibe der Zwang zum Sparen.

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27. November 2013, 17:29 Uhr

Eine vorweihnachtliche Bescherung prägte die Sitzung der Kirchenkreissynode Rendsburg-Eckernförde mit 85 Teilnehmern gestern in Rendsburg. Die Nordkirche wird dem Kirchenkreis im kommenden Jahr rund 14,5 Millionen überweisen. Etwa die gleiche Summe gab es im laufenden Jahr. Davon sollen die 37 Kirchengemeinden profitieren und 5,5 Millionen aus dem Etat erhalten. „Wir können gut mit diesem Geld arbeiten“, kommentierte Propst Matthias Krüger den einstimmig verabschiedeten Haushalt.

„Die Kirchensteuereinnahmen sind auf einem hohen Niveau“, freute sich Matthias Krüger über die stabile Zuweisung von Kirchensteuern. Ursache sei die gute konjunkturelle Lage in Deutschland. „Gleichzeitig gilt, dass die Kirchensteuereinnahmen nur wenig über dem Niveau von 1994 liegen“, warnte der Propst in seinem Bericht zur Synode vor voreiligen Schlüssen. Seither gebe es einen Kaufkraftverlust von 28 Prozent. „Wir können uns also bei scheinbar gleichen Einnahmen gut ein Drittel weniger leisten.“

Der Zwang zum Sparen lasse sich auch an dem Pfarrstellenplan ablesen, der mit dem Haushalt verabschiedet wurde. In dem Kirchenkreis, in dem rund 130000 evangelische Christen leben, sind 80 Seelsorger beschäftigt. Es werden zwar keine Pfarrstellen gestrichen. Aber nach jeder Pensionierung werde die Stelle nach der Anzahl der Gemeindeglieder neu berechnet und gegebenenfalls um Stunden reduziert.

Matthias Krüger nannte als Beispiel die Region Rendsburg und Büdelsdorf. Fünf Pastoren seien in den Ruhestand getreten, nur vier Nachfolger seien gekommen – und von diesen haben nicht mehr alle eine hundertprozentige Pfarrstelle. „Die Kirchengemeinden sind kleiner geworden“, begründete der Propst die reduzierte Stundenzahl. Jedes Jahr sinke die Anzahl der Gemeindeglieder um ein Prozent. Das habe mit wachsender Überalterung zu tun. Krüger: „Wir taufen schlicht weniger Menschen, als wir beerdigen.“ Dazu kommen Austritte und Wegzüge. Auch Nachwuchsmangel sei zunehmend ein Problem. Seit Jahren sinke die Zahl der Theologie-Studenten drastisch. „Die zweite Pfarrstelle in Jevenstedt ist dreimal vergeblich ausgeschrieben worden“, berichtete der Propst.

Wenn es im Bereich der Immobilien künftig Schwierigkeiten gibt, soll die Situation schnell geklärt werden. Krüger kündigte die Einführung eines Gebäudemanagements an. Der Kirchenkreis besitzt 335 Gebäude – Kirchen, Kapellen, Pastorate, Kindergärten und Gemeindehäuser. Zudem verfügen die Kirchengemeinden über 1200 ha Land. „Die Gemeinden erwarten eine gute verwaltungstechnische Bewirtschaftung und bei auftretenden Fragen eine zeitnahe Information.“ Der Probst versprach: „Und das wollen wir gern leisten.“

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