Beim Windpark haben die Politiker das letzte Wort

Trotz des Bürgerentscheids in Bredenbek legen die Gemeindevertreter Höhen- und Abstandsregeln für Windräder fest

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01. Dezember 2014, 14:22 Uhr

Nach dem Bürgerentscheid für eine feste Abstands- und Höhenregel für die geplanten Windkraftanlagen in Bredenbek bleibt weiterhin offen, ob die Vorgaben beim Bau auch berücksichtigt werden. Der Aufstellungsbeschluss muss nun zwar geändert werden, doch für den folgenden Auslegungs- und Entwurfsbeschluss ist das Ergebnis der Abstimmung nicht bindend. Darüber entscheiden die Gemeindevertreter nach eigenem Gewissen.

In einem Bürgerentscheid hatten sich die Einwohner Bredenbeks gestern mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass Windräder nicht höher als 120 Meter sein dürfen (wir berichteten). Zudem soll ein Abstand von mindestens 650 Metern zu den nächsten Wohnhäusern eingehalten werden. Eine Bürgerinitiative hatte sich für den Entscheid eingesetzt, nachdem klar geworden war, dass die „Windpark Bredenbek GmbH“ mit Windrädern von bis zu 180 Metern Höhe geplant hatte.

„Wir sind enttäuscht, dass die Gemeinde so abgestimmt hat“, sagte der Geschäftsführer der Windpark-GmbH, Torsten Levsen, auf Nachfrage der Landeszeitung. Im Vorfeld sei der Gesamtvorteil für die Gemeinde nicht kommuniziert worden. Die Bürgerinitiative habe Fehlinformationen gegeben. Bei einem Mindestabstand von 650 Metern bleibe nicht einmal ein Drittel des Eignungsgebietes übrig. „Ein Windpark mit diesen Ausmaßen hat es wirtschaftlich schwer“, sagte Levsen. Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt seien jedoch ähnlich groß wie bei einem größeren Windpark. Die Erträge seien aber geringer. „Wir kämpfen weiter für einen ökonomisch und ökologisch vertretbaren Windpark“, so Levsen. Der gefasste Entscheid führe nicht dazu, dass nun zwei Jahre lang keine mehr als 120 Meter großen Windräder gebaut werden dürfen. Die Kriterien würden zwar im Aufstellungsbeschluss berücksichtigt, doch in die Entscheidung des darauf folgenden Auslegungs- und Entwurfsbeschlusses müssten alle Interessen einfließen.

Das bestätigte auch Bredenbeks Bürgermeister Bartelt Brouer. Im Baurecht sei es vorgeschrieben, dass die Gemeindevertreter abwägen. „Das ist eine schwierige Angelegenheit“, räumte er ein. Dabei werde der nun gefasste Bürgerwille als hohes Gut ebenso berücksichtigt wie etwa wirtschaftliche Interessen, Naturschutz und die Landesplanung. Das Ergebnis des Bürgerentscheides sei zu akzeptieren. Es sei jedoch bedauerlich, dass im Vorfeld der Abstimmung Ängste wegen steigender Immobilienpreise geschürt worden seien. Wann der Auslegungs- und Entwurfsbeschluss durch die Gemeindevertretung gefasst werde, stehe noch nicht fest. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“, sagte Brouer. Zunächst müssen ihm zufolge nun juristische Gespräche geführt werden.

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