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Oldtimertreffen : Bei diesen Autos hat das Alter Vorfahrt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

1000 alte Fahrzeuge: Die Besucher auf dem Messegelände in Rendsburg-Süd bestaunen mobile Schönheiten in Chrom und Blech.

Vom chromblitzenden US-Straßenkreuzer bis zur mattgrünen „Dieselameise“ aus DDR-Zeiten – Freunde alter Fahrzeuge kamen gestern beim Oldtimertreffen auf dem Messegelände in Rendsburg-Süd voll auf ihre Kosten.

Großes Interesse bei den Besuchern fand das historische Löschfahrzeug der Rendsburger Feuerwehr, das 1934 in Dienst gestellt wurde. Das Fahrgestell stammt von Mercedes-Benz, der Aufbau von der Firma Koebe aus Luckenwalde, die 22-Meter-Leiter vom Hersteller Metz. „Das war die erste Ganzstahlleiter auf einem Löschfahrzeug“, erklärte Rainer Wagner. Zusammen mit Thomas Müller betreut er den Oldtimer. Als 1997 der Beschluss gefasst wurde, das marode Fahrzeug zu restaurieren, sei der Enthusiasmus bei den Kameraden groß gewesen, erinnert sich Wagner. „Wir haben mit zehn Leuten angefangen, aber nur Thomas Müller und ich sind dabeigeblieben.“ 4000 Arbeitsstunden stecken in der Restaurierung des Löschfahrzeugs, die 2004 abgeschlossen wurde. Einfach zu fahren ist es nicht. „Keine Lenkhilfe, kein Bremskraftverstärker, und zum Schalten muss man zweimal kuppeln und Zwischengas geben“, beschrieb Wagner die besonderen Herausforderungen.

Rudolf Bonde aus Steinberg (Kreis Schleswig-Flensburg) war mit seinem Opel Kapitän Baujahr 1952 nach Rendsburg gekommen. „An dem Wagen ist alles original, sogar das beleuchtete D-Schild“, berichtete er stolz. Sein Opel sei einmalig. „Es ist der einzige in der Farbe Weiß in Deutschland aus diesem Baujahr.“ Jan Detlefsen aus Sörupholz (Kreis Schleswig-Flensburg) ist der stolze Besitzer eines Dodge Brothers Baujahr 1928, und das schon seit 1968. Damals lebte der Maschinenbauer mit seiner Familie in Australien und hat dort den „Schrottwagen“ drei Jahre lang restauriert. Als der heute 77-Jährige 1970 nach Deutschland zurück kehrte, musste sein Dodge natürlich mit – per Schiff von Melbourne nach Italien und dann 2500 Kilometer über die Alpen bis nach Schleswig-Holstein. „Ohne Zwischenfall“, betonte Detlefsen.

Peter Harder aus Meldorf war mit seinem Ford Ranchero Baujahr 1977 auf dem Treffen. Vorher hatte er „seine Garage leer gemacht“ und allerlei Ersatzteile mitgebracht. Nach kurzem Feilschen wechselte manches Teil den Besitzer. Ein Hingucker war der „Multicar M21“, genannt „Dieselameise“, gebaut 1962 bei den Fahrzeugwerken Waltershausen in der ehemaligen DDR. Der kleine Transporter wird von dem Fahrer, der vorne im Fahrzeug steht, durch Gewichtsverlagerung gelenkt.

Das Oldtimertreffen in Rendsburg ist das größte seiner Art in Schleswig-Holstein. „Und wir wachsen weiter“, freute sich Erwin Schröder, der die Veranstaltung seit 23 Jahren organisiert. Der Jevenstedter schätzte, dass 1000 alte Fahrzeuge gestern auf dem Messegelände präsentiert wurden. Die Atmosphäre des Oldtimertreffens gefalle den Leuten, es gehe nicht um Kommerz, meinte Schröder. „Und meine 40 Helfer sorgen dafür, dass alles völlig stressfrei abläuft.“

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