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Demenzerkrankung : Bei Demenz: Klarheit erhalten und Hilfe holen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Wegweiser“-Broschüre der Alzheimer-Gesellschaft

von
erstellt am 19.Aug.2015 | 13:49 Uhr

Ist der Herd ausgeschaltet? Wo liegen die Wohnungsschlüssel? Wie hieß noch mal die neue Nachbarin? Jeder vergisst mal etwas. Spielt das Gedächtnis jedoch immer öfter nicht mit, fragen sich vor allem ältere Leute, ob sie an Demenz erkrankt sind. Darüber sprechen mögen die wenigsten. „Man trägt die Angst immer in sich“, sagt Liesel Mörsch. Wege zu Gewissheit und Hilfe sind jetzt in einer Broschüre zu finden, die bei Ärzten und Institutionen ausliegen wird. Liesel Mörsch ist Beisitzerin in der Alzheimer-Gesellschaft in Rendsburg-Eckernförde. In Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Demenz waren sie und Ingrid Blank (ebenfalls Beisitzerin der Kreis-Gesellschaft) an der Erstellung des Heftes beteiligt. „Es gibt solche Wegweiser bereits in anderen Regionen des Landes“, weiß Brigitte Voß von der Alzheimer-Gesellschaft Schleswig-Holstein. Ziel sei es, in der Öffentlichkeit Akzeptanz für das Tabuthema Demenz zu erreichen. „Freunde und Verwandte ziehen sich dann oft zurück, weil sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen“, so Brigitte Voß. Und Anna Bauer, zweite Vorsitzende der Kreis-Gesellschaft ergänzt: „Im Gegensatz zu Krebs wird darüber nicht gerne gesprochen.“

Es gibt verschiedene Formen der Demenz. Alzheimer kommt am häufigsten vor, so Brigitte Voß. In Schleswig-Holsteins sind zurzeit mehr als 50  000 Menschen betroffen – Tendenz zunehmend. Wer fürchtet, betroffen zu sein, kann sich als erstes an die nichtmedizinische Gedächtnissprechstunde wenden. Das Ergebnis des Neuropsychologen erfährt nur der Betroffene selbst und er kann entscheiden, ob er sich an seinen Hausarzt oder an die medizinische Gedächtnissprechstunde (mit ausführlichen Tests) wenden möchte. Die Adressen finden sich in der Broschüre genauso wie zahlreiche weiterführende Informationen – unter anderem von Pflegestützpunkten, Betreuungsvereinen, Tagespflege und Hausgemeinschaften aus dem gesamten Kreisgebiet. Zusammengetragen haben sie die Damen nach Selbstauskünften der Stellen. Weitere Ansprechpartner können jederzeit für die Online-Präsentation im Internet-Auftritt der Alzheimer-Gesellschaft des Kreises aufgenommen werden, genauso wie Änderungen von Angaben, betonen sie. 5000 Exemplare wurden vom „Wegweiser Demenz“ gedruckt, finanziert mit Hilfe der Stiftung Spar- und Leihkasse in Rendsburg.

Was die Angst vor Demenz betrifft, weist Brigitte Voß darauf hin, dass nur eine vernünftige Diagnostik dem Betroffenen Klarheit bringen könne. „Demenz wird häufig auch mit einer Depression verwechselt.“

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