Darts : Bei 180 Punkten blinkt’s und piept’s

Eine ruhige Hand ist beim E-Darts erforderlich.
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Eine ruhige Hand ist beim E-Darts erforderlich.

E-Darter sehen sich nicht als Abklatsch des stählernen Originals.

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07. Juli 2015, 15:51 Uhr

Mittlerweile ist dieses frenetische Verkünden des Ergebnisses dreier perfekt geworfener Dartpfeile nicht mehr nur den Experten bekannt:
„Onnneehundrrredeeeeeiiiightyyyyy“ – Die „Caller“, also die Männer, die mit Inbrunst die Punktzahl ins Mikrofon brüllen, sind inzwischen fast ebenso zu Stars avanciert wie die Spieler um Phil Taylor, Adrian Lewis oder Michael van Gerwen selbst. Beim E-Darts fehlt diese atmosphärische Garnitur. Stattdessen blinkt und piept ein Automat nach einer perfekten Serie. Als Makel ihrer Sportart sehen die Frauen und Männer vom „Altstadt Dart“ in Rendsburg diesen Umstand nicht.

Seit einem Jahr ist „Altstadt Dart“ im Vereinsregister eingetragen. „Das hat viel Arbeit und Schweiß gekostet, denn man muss zig Anträge ausfüllen, und eine Konzession brauchten wir auch“, sagt der Vereinsvorsitzende Claude Maissen-Dau. Steuerliche und versicherungstechnische Gründe gaben den Ausschlag, als eingetragener Verein in die Zukunft zu gehen. Und diese sieht nicht schlecht aus. Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf 40 gestiegen. Vor zwei Jahren waren es keine zehn. „Das ist sicherlich auch der verstärkten Berichterstattung im Fernsehen geschuldet“, sagt Maissen-Dau. Auch wenn es sich dabei um Steel-Darts handelt, kommt der Boom auch bei den Verfechtern der elektronischen Variante an. „Im Prinzip ist es ja die gleiche Sportart. Beim Steel-Darts muss man nur selber zählen“, erklärt der Clubchef. Allerdings räumt er im Detail gewisse Unterschiede ein. Die Grammzahl der Pfeile beim E-Darts ist auf 21 beschränkt. Zudem muss beim Steel-Darts der Pfeil in der Scheibe steckenbleiben, damit er zählt. Die E-Darter können auch nach einem missglückten Wurf Punkte erlangen, wenn er denn die Scheibe trifft und der Automat zählt.

Ein Konkurrenzdenken gebe aus seiner Sicht nicht. „Es gibt viele Steel-Darter, die auch bei uns in der Liga spielen“, erklärt Maissen-Dau. Und als zweitklassige Variante des Originals sehen sie sich schon mal gar nicht. Selbst wenn die Punktzahlen nicht rausgebrüllt, sondern „nur“ elektronisch angezeigt werden, ist die Atmosphäre bei den Ligaspielen doch beachtenswert. „Wir haben bei Spielen bis zu 50 Leute in unserem Clubheim. Und wenn dann ein Hundertachtziger geworfen wird, ist schon Alarm“, bekräftigt Maissen-Dau. Im Verband „Norddart“ spielt er mit seinem Team in der zweiten Liga Schleswig-Holsteins. „Irgendwann wollen wir auch mal den Aufstieg anpeilen.“

Derzeit aber stehen noch andere Projekte im Vordergrund. Der Ausbau des Clubheims, der ehemaligen Maui Bar in der Mühlenstraße, sowie die Gewinnung weiterer Mitglieder. „Dazu wollen wir uns diesmal auf dem Rendsburger Herbst präsentieren“, so Maissen-Dau. Dann wird es sicherlich das eine oder andere Mal blinken und piepen, wenn der berüchtigte „Hundertachtziger“ geworfen wurde.

> Info unter: www.altstadtdart-rendsburg.de

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