Rendsburger Kanaltunnel : Behörden wollen schneller vor Staus am Tunnel warnen

Über Push-Nachrichten könnten Autofahrer von einer ausgelösten Höhenkontrolle Kenntnis erhalten.
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Über Push-Nachrichten könnten Autofahrer von einer ausgelösten Höhenkontrolle Kenntnis erhalten.

Die Behörden prüfen Machbarkeit von Echtzeit-Meldungen auf das Smartphone und eine Vorhöhenkontrolle.

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09. Dezember 2017, 08:30 Uhr

Die für den Kanaltunnel verantwortlichen Behörden erwägen technische Verbesserungen am System der Höhenkontrolle. Eine Überlegung ist, Autofahrer in Echtzeit über eine ausgelöste Vollsperrung zu informieren. Möglich wäre das durch sogenannte Push-Nachrichten auf das Smartphone. Springen die Lichter vor dem Tunnel auf Rot, weil ein Lastwagen höher ist als erlaubt, erscheint eine Meldung auf dem Startbildschirm des Mobiltelefons – vorausgesetzt, der Nutzer hat sich zuvor die entsprechende App besorgt.

Die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels sorgt für viele gestresste Autofahrer. Zusätzlich zur notwendigen Behinderung durch Baustellen blockieren immer wieder Fehlplanungen und Pannen das Nadelöhr unter dem Nord-Ostsee-KanalMario Barth führte die Dauerbaustelle auf RTL vor. 

Ob sich das technisch umsetzen lässt, wird jetzt geprüft. Mit dieser Vereinbarung endete am Donnerstag ein Arbeitstreffen mit Vertretern von Kreis, Kanalverwaltung und Polizei. Auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr ist involviert.

„Wir erwarten eine Verbesserung der Situation am Kanaltunnel für die Verkehrsteilnehmer“, sagte Kreisverwaltungsdirektor Carsten Ludwig nach dem Austausch. Man werde auf eine zügige Umsetzung achten. Der Kreis hatte auf das eigentlich erst für März geplante Treffen gedrängt, nachdem sich die Situation am Tunnel zuletzt wieder verschlechtert hatte. Vergangene Woche gab es acht ausgelöste Höhenkontrollen mit zum Teil ungewöhnlich langen Sperrzeiten. Nach Ludwigs Angaben spielen die verantwortlichen Stellen zudem mit dem Gedanken, eine Art Frühwarnsystem zu installieren. Die bereits aktiven Detektoren befinden sich so dicht am Tunnel, dass Höhensünder keine Möglichkeit mehr haben, zügig die B77 zu verlassen. Sie stecken in einer Sackgasse fest und blockieren den Verkehr, auch weil das Wenden mit einem Schwerlast-Ungetüm auf der verengten Bundesstraße so gut wie unmöglich ist. Ist nach der Polizeikontrolle keine Tunnelpassage möglich, auch nicht mit hydraulisch abgesenktem Fahrgestell, muss der Pilot bis zur nächsten erreichbaren Abfahrt im Schritttempo zurücksetzen. Staus, Ärger und Zeitverluste für alle Beteiligten sind programmiert.

230 Mal Höhenalarm ausgelöst

Abhilfe schaffen könnte eine Vorwarnung, die nicht zur sofortigen Blockade führt. Eine Technik, die bereits in Niedersachsen an Unterführungen zur Anwendung kommt, sind Sensoren, die den sich nähernden Lkw bereits mehrere hundert Meter vor der scharfen Höhenkontrolle erfassen. Über einem Schild mit der erlaubten Maximalhöhe von vier Metern beginnt ein Signallicht zu blinken. Nach dem Passieren einer zweiten Kontrolle leuchtet eine Hinweistafel mit einem Abbiegehinweis auf. Ein Höhensünder, der aus Jevenstedt kommend auf die Oströhre zurollt, könnte dann über die B 202 und die Rader Hochbrücke ausweichen. „Geprüft wird, ob eine Vorhöhenkontrolle machbar und wer dafür zuständig ist“, teilte Ludwig mit. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hatte sich bisher geweigert, Veränderungen dieser Art vorzunehmen.

Die vier Messanlagen der Höhenkontrolle befinden sich mehrere hundert Meter vor den Tunnelportalen auf beiden Seiten des Kanals. Zwei Ausleger überspannen die Fahrbahn bis zum Mittelstreifen. Zwei weitere Sensoren, die unauffälliger an schlichten Masten angebracht sind, befinden sich an den seitlichen Zufahrten von der Bundesstraße 202 aus Richtung Kiel (Südseite) und vom Rendsburger Stadtgebiet kommend (Nordseite). Laut Statistik wurde bis Ende vergangener Woche 230 Mal Höhenalarm ausgelöst. Spitzenreiter mit 81 Alarmierungen (35 Prozent aller Fälle) ist der Sensor an der B77 auf der südlichen Kanalseite.

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