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Abendessen mit Aussicht : Behörde verbietet „Brücken-Dinner“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wegen Sicherheitsbedenken erteilt das Wasser- und Schifffahrtsamt keine Genehmigung mehr für Veranstaltungen auf der 42 Meter hohen Aussichtsplattform. Fluchtwege könnten verstopft werden, so die Begründung.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 17:30 Uhr

Gut essen, weit gucken: Das „Dinner mit Aussicht“ sorgte im vergangenen Jahr für positive Schlagzeilen weit über Rendsburg hinaus. Das Angebot, ein Drei-Gänge-Menü auf der Aussichtsplattform der Eisenbahnhochbrücke zu buchen, wurde sehr gut angenommen. Die Tourist-Information Nord-Ostsee-Kanal verzeichnete 40 Buchungen von Mai bis September. Viele Teilnehmer waren so begeistert, dass sie das exklusive Abendessen in diesem Sommer ein zweites Mal genießen wollten. Doch daraus wird nichts. Das für die Hochbrücke zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau erteilt keine Genehmigung mehr für Veranstaltungen auf dem 42 Meter hoch gelegenen Ausguck. Nur die Besucher-Führungen an jedem Sonntag um 14 und 15 Uhr dürfen weiter stattfinden.

Als Grund gibt die Behörde Sicherheitsbedenken an. Sollte auf der Hochbrücke ein Zug verunglücken oder wegen eines Defekts stehen bleiben, könnte der einzige fußläufige Fluchtweg durch das Dinner versperrt sein, heißt es aus Kiel. Ins Obergeschoss der Brücke führt ausschließlich eine mächtige Wendeltreppe mit 178 Stufen. „Das Brücken-Dinner ist eine Ausnahme zum 100. Geburtstag der Hochbrücke gewesen und als Ausnahme angekündigt worden“, sagte der WSA-Sprecher Matthias Fisser. „Dabei soll es bleiben.“ Veranstaltungen, bei denen sich Personen regelmäßig für mehrere Stunden auf der Aussichtsplattform in großer Höhe aufhielten – „das passt einfach nicht zusammen“, so Fisser.

Die Dinner im Jubiläums-Sommer waren oft der buchstäbliche Höhepunkt für einen ganz bestimmten Anlass. So wurden einige runde Geburtstage, Hochzeitstage und andere Feierlichkeiten mit drei Gängen samt Fernsicht gekrönt. Als romantischer Abschluss der Saison wurde sogar ein Heiratsantrag auf der etwa 20 Quadratmeter großen Plattform vorgetragen – und auch freudig angenommen. „Das war der romantischste Augenblick meines Lebens,“ sagte die Braut in spe nach dem Kniefall ihres Partners hoch über dem Kanal. Eben jenes Paar hätte sich in diesem Sommer ganz oben das Ja-Wort geben wollen. Monika Heise von der Tourist-Information Nord-Ostsee-Kanal (Tinok) lagen sogar zwei Anfragen für Trauungen vor. Darüber hinaus habe es mehrere Interessenten für das Dinner gegeben, darunter viele Wiederholungstäter aus dem Premierenjahr. „Das Dinner hätten wir sehr gut vermarkten können. Dann müssen wir uns eben etwas anderes ausdenken“, sagte die Geschäftsführerin und betonte, dass man mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau bei vielen Veranstaltungen und auch sonst gut kooperiere. „Wir werden jetzt neue Ideen entwickeln, die die Aufmerksamkeit auf die Region Rendsburg und den Kanal richten“, kündigte Heise an.

 

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