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Landeszeitung

22. Oktober 2017 | 05:24 Uhr

Langwedel : Beerdigungskultur im Umbruch

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Freiflächen werden neu geplant: Auf dem Langwedeler Friedhof entstehen Gemeinschaftsanlagen für Urnenbestattungen.

Dass der Wege- und Bauausschuss der Gemeinde Langwedel seine Sitzung auf dem Friedhof eröffnet, ist sicher nicht alltäglich. Hintergrund des ungewöhnlichen Tagungsortes war die Umgestaltung eines Teils der Langwedeler Ruhestätte. Unter den Anwesenden war ebenfalls Heinz-Jürgen Schafranski von der Nortorfer Friedhofsverwaltung.

„Durch umfangreiche Grabauflösungen sind zwei größere Freiflächen entstanden“, erklärt Langwedels Bürgermeister Holger Spießhöfer zu Beginn des Treffens. Dort befanden sich Gräber, die bereits kurz nach Eröffnung des Friedhofes vor gut 35 Jahren angelegt und nun eingeebnet wurden. Die Plätze im vorderen Bereich des Friedhofes sollen weiterhin für normale Erdbestattungen genutzt werden, die zweite Fläche hingegen ist in Zukunft für eine Gemeinschaftsanlage für Urnenbestattungen geplant.

„Wir haben zwei verschiedene Möglichkeiten“, berichtete Schafranski. Eine Option sei, die Namen der Verstorbenen auf einer Stehle einzugravieren und die Urnen in dem direkten Umfeld beizusetzen. „Da die Hinterbliebenen dabei aber nicht genau wissen können, an welcher Stelle die Urne liegt, könnte man für die, die es gerne etwas persönlicher haben möchten, auch eine Gemeinschaftsanlage anlegen, bei der für jedes Urnengrab eine eigene Grabplatte vorgesehen ist“, fügte er an. In Nortorf werde jedenfalls beides sehr gut angenommen. Dementsprechend einigte man sich auch in Langwedel darauf, künftig beide Möglichkeiten der Gemeinschaftsanlagen anzubieten. Für die weitere Planung konnte Schafranski gewonnen werden, der bereits eine der Nortorfer Anlagen entworfen hatte.

Platz für rund 100 Urnengräber soll so durch die Gemeinschaftsanlagen entstehen. „Die Kosten für das Anlegen einer Gemeinschaftsanlage, die Anschaffung der Stehle oder Grabplatten, die Gravur sowie die Pflege werden dabei natürlich auf die Bestattungskosten umgelegt, was diese auf den ersten Blick etwas erhöhen wird“, führte der Nortorfer Friedhofsverwalter weiter aus. Dafür falle aber auch die komplette Grabpflege weg. „Und das ist ein wichtiger Punkt, dass bei beiden Gemeinschaftsanlagen die Grabpflege entfällt“, betonte ebenfalls Spießhöfer. Gerade ältere Menschen hätten mehr und mehr Probleme damit, sich selbst um die Pflege der Ruhestätten zu kümmern. Bei den Gemeinschaftsanlagen übernehme zwar die Friedhofsverwaltung die komplette Pflege, es bestehe aber trotzdem die Möglichkeit, auf einer dafür vorgesehenen Gemeinschaftsfläche die eigenen Blumen hinzustellen.

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