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Rendsburg : Bedrohung für Mitarbeiter im Kreishaus nicht gebannt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Aber noch keine Vorkommnisse an den Eingängen. Hauptausschuss stellt 40 000 Euro zur Verfügung.

shz.de von
erstellt am 10.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Die Lage am Rendsburger Kreishaus bleibt weiterhin angespannt: Die Zugangskontrollen durch einen privaten Sicherheitsdienst werden fortgeführt. Die Anordnung von Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer gilt zunächst auf unbestimmte Zeit. Für die Kosten hat der Kreis auf Beschluss des Hauptausschusses außerplanmäßig Geld zur Verfügung gestellt.

Vor einer Woche waren die Kontrollen am Kreishaus an der Kaiserstraße 8 sowie an der Zulassungsstelle in Eckernförde eingeführt worden, nachdem Schwemer sie einen Tag zuvor angeordnet hatte (wir berichteten). Hintergrund waren aktuelle Gefahrenhinweise der Polizei, teilte der Landrat mit. Ihm zufolge gehe von einer der acht mit Hausverboten belegten Personen eine so große Gefahr aus, dass er die Mitarbeiter der Verwaltung schützen müsse. Genauere Informationen gab er nicht, um einen möglichen Anschlag nicht zu provozieren. Seit Dienstag vergangener Woche kontrollieren nun jeweils zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens die beiden Eingänge an der Rückseite des Kreishauses. Der Haupteingang bleibt weiterhin geschlossen. Ebenfalls zwei Sicherheitsleute sind in Eckernförde eingesetzt. Ziel der Kontrolle ist, den Personen mit Hausverboten den Zugang zu verwehren. Alle anderen Besucher können die Gebäude ohne Überprüfung betreten.

Die Gefahr ist in den vergangenen sieben Tagen offenbar nicht geringer geworden. „Die Maßnahmen werden auf jeden Fall fortgeführt“, sagte Kreissprecher Martin Schmedtje gestern auf Anfrage der Landeszeitung. Die Bemühungen der Verwaltung um eine Beruhigung der Lage haben offenbar noch nicht gewirkt. Schwemer hatte gleichzeitig mit den Kontrollen angekündigt, dass sein Haus mit der betreffenden Person im Gespräch bleiben wolle, um die Situation zu entschärfen. An den Türen der Verwaltung ist es bislang jedoch ruhig geblieben – die Angestellten des Sicherheitsdienstes mussten noch nicht eingreifen.

Um überhaupt handeln zu können, hat der Hauptausschuss des Kreises auf die Bitte des Landrats Ende Februar 40  000 Euro über den beschlossenen Etat hinaus bewilligt. Von dem Geld sollen laut Martin Schmedtje der Einsatz des Sicherheitspersonals sowie einige weitere Maßnahmen bezahlt werden, etwa Hinweisschilder am Kreishaus. Zudem werde die Sicherheitsausstattung im Kreishaus erweitert. Genaueres wollte er dazu nicht sagen.

Im Hauptausschuss habe großes Verständnis für die Bitte der Verwaltung geherrscht, so der Vorsitzende Jörg Hollmann (CDU). Deshalb sei das Geld in der nicht-öffentlichen Sitzung ohne Diskussion bewilligt worden, nachdem die Mitglieder umfassend über die Bedrohung informiert worden waren. Wenn sich das Geld sich nicht auf anderem Weg einsparen lasse, werde der Betrag im Nachtragshaushalt berücksichtigt. Ob noch weitere Mittel im Gespräch sind, wollte Hollmann nicht sagen. „Wir müssen abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Wir wären alle froh, wenn die Bedrohung bald endet“, sagte Hollmann.

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