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Meezen : Bednarz tritt nicht wieder als Bürgermeister an

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Neue Wählergemeinschaft erobert vier von neun Sitzen in Meezen.

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erstellt am 27.Mai.2013 | 08:43 Uhr

MEEZEN | Obwohl er die meisten Wählerstimmen bekommen hat, will Heinrich Bednarz nicht noch einmal für das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Meezen kandidieren. "Das war heute ein Fest der Demokratie", meinte Bednarz mit Blick auf die 80-prozentige Wahlbeteiligung in Meezen, als er sich gestern abend nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses an die im Gemeindehaus versammelten Einwohner wandte. "Gleichzeitig muss ich Euch die Mitteilung machen, dass Heinrich Bednarz nicht noch einmal Bürgermeister werden wird."

Wahlleiter Robert Heymann hatte gerade verkündet, dass der amtierende Bürgermeister die meisten Stimmen (143) erhalten hatte. Damit lag Bednarz knapp vor seinen Parteikollegen von der "Aktiven Meezener Wählergemeinschaft" (AMW): Dietrich Ebeling (142), Karl-Friedrich Wehner (139), Ralf Riecken (ebenfalls 139) und Heike Kschioneck (133).

Deutlich weniger Stimmen erhielten die Kandidaten der neu gegründeten "Alternativen Wählergemeinschaft" (AWG): Hartmut Ralf (98), Claus-Wilhelm Biel (93), Ludolf Bendsen (86), Manfred Kumler (85) und Jörg-Rüdiger Janoschek (83).

Bednarz sprach von "persönlichen Angriffen", die "zu weit" gegangen seien: "Das muss ich jetzt juristisch aufarbeiten, und das will ich nicht als Bürgermeister tun." Er sei "für einige zur Feindfigur" geworden, und darum verzichte er im Interesse des Dorffriedens auf eine weitere Amtszeit als Bürgermeister. "Ich hab keine Lust mehr, ich will nicht an zwei Fronten kämpfen, ich will gar nicht kämpfen", sagte Bednarz, "das Bürgermeisteramt ist ein Ehrenamt und sollte Spaß bringen, und vier Jahre lang hat es ja auch Spaß gemacht."

Die AMW des Bürgermeisters kam auf 60,7 Prozent der Wählerstimmen. "Unsere Linie hat sich durchgesetzt", befand Bednarz und gab bekannt, dass er weiterhin Gemeindevertreter bleiben wolle: "Mein Vorschlag für die Bürgermeisterwahl ist Karl-Friedrich Wehner, den will ich gern unterstützen."

AWG-Spitzenkandidat Hartmut Ralf bewertete Bednarz’ Rückzug vom Bürgermeisterposten als "klugen Schritt": "Ich hatte den Eindruck, dass er verbrannt war und dass es so nicht weitergehen konnte." Er könne die Entscheidung von Bednarz "nachvollziehen und respektieren", sagte Ralf und zog eine positive Bilanz des ersten AWG-Wahlkampfs, bei dem die neue Partei auf Anhieb fast 40 Prozent der Stimmen erreichte: "Wir sind unglaublich erfreut, dass wir wahrscheinlich mit vier Gemeindevertretern in den neuen Gemeinderat einziehen werden." Gerechnet habe man mit maximal zwei Gemeindevertretern. "Von daher sind wir positiv überrascht, zumal wir nun ja auch den stellvertretenden Bürgermeister stellen werden." Grundsätzlich sei es für die Demokratie im Dorf förderlich, wenn zwei Parteien im Gemeinderat vertreten seien.

Für den 68-jährigen pensionierten Realschullehrer, der die Bürgerinitiative "Naturpark Aukrug" mitbegründet hat, ist insbesondere die Mitbestimmung bei der Gestaltung des geplanten Windparks im Tal der Buckener Au von großer Bedeutung: "Vielleicht können wir erreichen, dass keine 150 Meter hohen Anlagen gebaut werden." Ralf hat sogar Hoffnung, dass sich die Mehrheitsmeinung der Einwohner von Meezen (am 11. November 2012 hatten sich 53,5 Prozent gegen Windmühlen ausgesprochen) doch noch durchsetzt: "Ich habe meine Zweifel, ob ein Investor glücklich mit einer Fläche ist, die aufgrund von zurückgehaltenen Informationen und einem verzögerten Bürgerentscheid zustande gekommen ist."

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