Konzert : Barockensemble begeistert

<p>Alte Musik aus der Zeit von Heinrich Schütz: Berührend, glaubhaft gesungen und auf historischen Instrumenten gespielt vom jungen Ensemble „La Protezione della Musica“.</p>

Alte Musik aus der Zeit von Heinrich Schütz: Berührend, glaubhaft gesungen und auf historischen Instrumenten gespielt vom jungen Ensemble „La Protezione della Musica“.

Musik auf historischen Instrumenten beim Sommerkonzert in St. Marien.

shz.de von
03. August 2018, 10:19 Uhr

Rendsburg | Dass mit gutem Willen und Vertrauen auch große, besondere Kirchenmusik-Angebote möglich werden, bewies das fünfte Sommerkonzert am Mittwoch: „Seit vielen Jahren finden in St. Marien Konzerte und Veranstaltungen bei freiem Eintritt statt. Für eine Spende am Ausgang sind wir dankbar. Wir brauchen sie, um das künstlerische Niveau unserer Konzerte auch in Zukunft zu gewährleisten. Herzlichen Dank!“, erinnert jedes Programmblatt an die besondere Art der Finanzierung dieser Konzertreihe.

Groß fiel dieses Mal der überwiegend raschelnde Dank der Konzertbesucher aus. Es war auch die verdiente Bestätigung für das Wagnis der St. Marien-Kirchengemeinde, dieses Ensemble mit besonderem Programm und Besetzung zu verpflichten. Unter dem Motto „Alleluja, lobet den Herrn“ präsentierte das mit acht jungen Stimmen und 17 Instrumentalisten für ein Sommerkonzert außerordentlich groß besetzte Barockensemble „La Protezione della Musica“ (Der Schutz der Musik) aus Leipzig im alten Stil auf historischen Instrumenten ein kirchenmusikalisches Programm der Sonderklasse mit norddeutschem Bezug.

„Warum toben die Heiden“, „Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen“, „Lobe den Herrn meine Seele“ und das Titelstück „Alleluja, lobet den Herrn“ von Heinrich Schütz (1585-1672) wurden mit Werken norddeutscher Zeitgenossen wie Christian Druhl (Bordesholm, Itzehoe, Kellinghusen), Michael Praetorius (Wolfenbüttel, Braunschweig) und Nikolaus Hasse (Lübeck, Rostock) ergänzt.

Es war ein erhellender, Ausflug in Kirchenmusik-Zeiten 100 Jahre vor Johann Sebastian Bach. Mit betörendem Klang der Instrumente und Heinrich-Schütz-Chorsätzen, die sich unvergesslich ins Gedächtnis einnisteten. Zusätzlich regten die mitgelieferten Texte zum Nachdenken an: „Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich?“ bis zum Gotteslob „Alles was Atem hat, lobe den Herrn“ – die Klammer um alle gesungenen und gespielten Werke dieses Konzerts mit Musik, die in ihrer harmonischen Schönheit und Raffinesse tief berührte. Moderiert von Jeroen Finke (Cembalo und Leitung) gab es zum Schluss sogar noch eine kleine Vorstellung der Instrumente mit dem Wunsch nach der Zugabe: „Man müsste mehr Musik von Schütz und seinen Zeitgenossen hören!“ Was auch anhand mehrerer CDs des Ensembles leicht möglich ist. Bisher sind drei erschienen.

Weitere Infos unter www.ensemble-lpdm.de

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