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Vollsperrung in Rendsburg : Banges Warten auf die Tunnel-Blockade

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ab dem 12. Oktober bleibt der Rendsburger Kanaltunnel für 35 Stunden voll gesperrt. Bessere Ausschilderung und zusätzliche Fähren sollen das Chaos verhindern.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 16:58 Uhr

Diesmal soll das Chaos ausbleiben. Die 35-stündige Vollsperrung des Tunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen dem 12. und 14. Oktober wird nach Angaben der Verkehrsaufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde weiträumig ausgeschildert. Bereits ab Montag sollen Hinweistafeln auf die Sperrzeit zwischen Sonnabend, 18 Uhr, und Montag, 5 Uhr, hinweisen.

Wie Günter Wischnewski, der Leiter der Verkehrsaufsicht, mitteilte, werden unter anderem sechs große Info-Tafeln auf die baustellenbedingte Blockade hinweisen. Zwei werden an der A 7 auf Höhe Neumünster-Nord sowie bei Jagel platziert. Auch die B 77 bei Hohenwestedt und das Kieler Autobahnkreuz bekommen eigene Hinweisschilder. „Weiträumiger kann man das nicht ankündigen“, ist Wischnewski überzeugt. Man wolle vor allem Lkw-Fahrern, die auch die für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrte Rader Hochbrücke nicht befahren dürfen, die Möglichkeit geben, einen Umweg über andere Fernstraßen im hohen Norden zu wählen. Ob die Hinweise auch auf Englisch gezeigt werden, wird im Kreishaus noch geprüft.

Die Weströhre des Kanaltunnels muss neu asphaltiert werden. Grund sind durch den Umleitungsverkehr von der A7 verursachte Schäden. Am schwersten angeschlagen ist das Mittelstück des Tunnels. Dort soll die Fahrbahn auf einer Länge von 140 Metern komplett erneuert werden. Alle Schichten bis zehn Zentimeter unter der Oberfläche werden ausgetauscht. Auf den restlichen 1100 Tunnelmetern wird lediglich eine neue Deckschicht aufgetragen. Die Zufahrten bleiben unverändert. Eine Firma für Spezialstraßenbau aus Hanau in Hessen führt die Arbeiten aus.

Die nötigen Markierungsarbeiten sind für das darauffolgende Wochenende geplant. Dafür muss der Tunnel erneut gesperrt werden, allerdings nur über Nacht – und zwar von Sonnabend, dem 19. Oktober, um 21 Uhr bis Sonntag, dem 20. Oktober, um 5 Uhr. Bis dahin wird eine gelbe Baustellenmarkierung aufgeklebt. Das 30er-Tempolimit bleibe bis zur endgültigen Markierung der Röhre bestehen, so Wischnewski.

Während der letzten Vollsperrung des Tunnels im Spätsommer war es überwiegend südlich des Kanals zu teils haarsträubenden Zuständen gekommen. Lkw-Fahrer, die plötzlich vor einer Sackgasse standen, wussten weder ein noch aus. Einige parkten im Kreisverkehr. Andere verharrten stundenlang im Führerhaus und vertrieben sich die Zeit mit Skat. Aus Furcht, zur Zielscheibe aufgebrachter Lkw-Fahrer zu werden, schlossen sich Männer der Kanalverwaltung, die die Absperr-Baken aufgestellt hatten, in ihrem Fahrzeug ein.

Mit Protesten ist trotz der verbesserten Vorbereitung auch dieses Mal zu rechnen. Alle Bürger südlich des Kanals, die am späten Sonnabend sowie am Sonntag den Herbstmarkt auf dem Willy-Brandt-Platz besuchen wollen, stehen vor einem Problem. Am besten weichen sie wohl auf das Fahrrad aus und nehmen den Fußgängertunnel. Zwar werden an der Fährstelle Nobiskrug während der 35-stündigen Sperrung auch abends und nachts durchgehend zwei Fähren eingesetzt (sonst verkehrt in den Randzeiten nur eine). Doch ob sie den Andrang werden auffangen können, ist mehr als fraglich. Zumal die Schwebefähre aller Voraussicht nach strikt nach Plan verkehren wird. Mit dem Hinweis, eine nach Bedarf pendelnde Fähre bringe kaum Entlastung, hatte das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau eine Abkehr vom 15-Minuten-Rhythmus stets abgelehnt.

Bei den Schaustellern des Jahrmarktes zwischen Nordmarkhalle und Hochbrücke (11. bis 14. Oktober) sieht man der Tunnelsperrung gelassen entgegen. Und mit schwarzem Humor. „Wir erwarten keine massiven Umsatzeinbußen“, sagte Frank Dörksen von der Werbegemeinschaft der Schausteller und Marktkaufleute – und fügte hinzu: „Jetzt müssen eben alle Leute im Großraum Rendsburg, die nördlich des Nord-Ostsee-Kanals wohnen, den Herbstmarkt besuchen. Sie kommen ja nicht mehr weg.“

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