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Kino : „Bananenbäume“ in preisgekrönter Kinolandschaft

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Schauburg“ und Kommunales Kino sind zum achten Mal für ihr Filmprogramm ausgezeichnet worden.

von
erstellt am 19.Jun.2017 | 11:51 Uhr

Prädikat wertvoll: Das „Schauburg-Filmtheater“ und das Kommunale Kino sind bereits zum achten Mal für ihr hervorragendes Jahresfilmprogramm mit dem Schleswig-Holsteinischen Kinopreis ausgezeichnet worden. Mit der Prämierung würdigt die Landesregierung herausragende Aktivitäten und Schwerpunkte der Kinos. „Der Preis ist ein Dankeschön für eine kulturell wertvolle Arbeit an vielen Orten in unserem Lande“, sagte Kulturministerin Anke Spoorendonk bei der Verleihung in Husum. Unter den 26 Bewerbungen wählte die Jury 22 Kinos aus. Unterschieden wurde zwischen gewerblichen und nicht-gewerblichen Kinos.

Die Inhaber des Filmtheaters „Schauburg“, Karen und Hans von Fehrn-Stender, sicherten sich in der Kategorie „gewerbliche Kinos“ hinter Kiel einen mit 3000 Euro dotierten Spitzenplatz. „Wir sind stolz auf die Auszeichnung“, bekennen die Kinobesitzer. „Die Anerkennung unserer Arbeit ist ein Ansporn zum Weitermachen.“ Mit Lesungen, Besuchen von Regisseuren und Events setzen sich Karen und Hans von Fehrn-Stender für niveauvolle Kinounterhaltung ein. „Man muss weit mehr Angebote machen, um die gleichen Besucherzahlen zu erreichen wie vor zehn Jahren“, weiß Hans von Fehrn-Stender. Doch der Einsatz lohne sich: „Wir stoßen bei dem Rendsburger Publikum auf eine große Resonanz.“

Harald Jockenhövel, Sprecher des Kommunalen Kinos, kann sich ebenfalls auf treue Gäste verlassen. Bereits seit 1978 gibt es das Kommunale Kino in Rendsburg, das von einem Verein getragen und zum großen Teil durch die Beiträge der 165 Mitglieder finanziert wird. 2000 Euro fließen nun durch die Kinopreis-Verleihung zusätzlich in die Kasse und ermöglichen weitere Projekte. Durchschnittlich 65 Zuschauer verfolgen die Vorstellungen an jedem Dienstag. Für die Vorführungen werden jeweils die Räume der „Schauburg“ gemietet. „Wir holen anspruchsvolle Filme nach Rendsburg, die hier sonst nicht gezeigt werden könnten,“ beschreibt Jockenhövel das Konzept des Kommunalen Kinos. „Wir wenden uns an Cineasten, an Film-Freunde, an Menschen, die Lust auf den besonderen Film haben, die ein kulturelles Angebot suchen und die Kino als ein Gemeinschaftserlebnis begreifen wollen.“

Die nächste Gelegenheit zu einem besonderen Ereignis bieten die „Schauburg“ und das Kommunale Kino bereits in dieser Woche. Am Donnerstag, 22.    Juni (19.30 Uhr) wird der Dokumentarfilm „Von Bananenbäumen träumen“ gezeigt. Der Filmabend ist der Auftakt zu einer Schleswig-Holstein- Sommertour des preisgekrönten Streifens, der nach Rendsburg auch in Husum, Meldorf, Itzehoe und Bad Schwartau präsentiert werden soll. Die Reihe wird in der „Schauburg“ von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) eröffnet. An dem Filmgespräch nimmt außerdem die Regisseurin Antje Hubert teil. Die Moderation der Eröffnungsveranstaltung übernimmt Stephan Richter, Vorstandsmitglied der „Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins“.

Für ihren Film „Von Bananenbäumen träumen“ begleitete die studierte Historikerin Antje Hubert, die seit über 20    Jahren als freie Regisseurin arbeitet, über einen Zeitraum von drei Jahren die Bewohner der Gemeinde Oberndorf im Landkreis Cuxhaven. Die Filmemacherin schildert den Versuch der Menschen, den drohenden Niedergang ihres Ortes zu stoppen. Denn die Höfe verschwinden, die Dorfschule soll geschlossen und die Sparkassenfiliale dichtgemacht werden. Die kleine Gemeinschaft in der Marsch droht zu veröden. Doch eine Gruppe von Dorfbewohnern stemmt sich gegen die Entwicklung mit einem kühnen Plan: Eine Bananenplantage soll gebaut werden. Dazu eine Fischzucht mit afrikanischen Welsen. Dadurch soll wieder Geld in die Gemeindekasse fließen.

„Was für ein abwegiger Gedanke“, urteilt Robert Habeck. „Aber das Beispiel zeigt, dass man sich das Abwegige, Ungewöhnliche, nicht Vorhergesehene trauen muss, um etwas Neues zu schaffen.“ Und es zeige, welche Kraft aus der Kreativität und dem Engagement der Bürger erwachse. „Kurzum: Ein beeindruckendes Projekt.“

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