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Strommasten : Balance-Akt unter Hochspannung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

An den Strommasten am Kanalufer werden derzeit die Glas-Isolatoren ausgewechselt. In 65 Metern Höhe hantieren die Monteure.

Deutlich zu spüren ist der Wind, der zwischen den Häusern und Grundstücken des Rendsburger Neubaugebietes Hochfeld hindurchfegt. Auch rund 65 Meter höher weht es ordentlich. „Ein bisschen windig“, sagt Monteur Yasar Ceyhan mit einem prüfenden Blick nach oben: „Aber eigentlich optimal.“ Zwei weitere Kollegen nehmen in luftiger Höhe einen großen Gegenstand entgegen.

Gestern begann die Firma FRB Freileitungsbau mit der Instandsetzung der Isolator-Ketten an zwei der Hochspannungsmasten zwischen den Umspannwerken Schacht-Audorf und Rendsburg-Mitte. Über insgesamt 13 Masten wird dort die Leitung mit 110 000 Volt (110 Kilovolt) betrieben. Für die Arbeiten an den Masten Nummer 7 und 8, zwischen denen der Nord-Ostsee-Kanal verläuft, wurde gestern einer der beiden Stromkreise abgeschaltet, heute ist die andere Seite an der Reihe. „Aus Gründen der Versorgungssicherheit wird nur an einem der beiden Stromkreise gearbeitet“, erklärt Christian Dammann von der Eon-Netz GmbH, die das Umspannwerk Rendsburg-Mitte über diese Leitung mit Strom versorgt. Dort wird der Strom zunächst auf 20 Kilovolt heruntergespannt, in den Haushalten kommen dann die üblichen 230 beziehungsweise 400 Volt an.

Pro Hochspannungsmast werden sechs Isolator-Ketten ausgetauscht. Im Gegensatz zu den alten Ketten, die noch aus den 1970-er Jahren stammen, bestehen die neuen aus jeweils 20 statt 16 Glastellern. Das entspricht bei Neubauten heute dem Stand der Technik. Durch die Isolator-Ketten wird die Hochspannung gegen die Masten isoliert. Am unteren Ende der Isolator-Ketten läuft dann das Leitungsseil durch eine so genannte Spiraltragklemme.

Yasar Ceyhan rückt seinen orangefarbenen Helm zurecht und schickt per Knopfdruck die nächste Kette in die Höhe. Angst dürfe man da oben nicht haben, betont er. 22 Jahre lang habe er diese Arbeit selbst gemacht. „Jetzt dürfen die jüngeren Leute ran“, sagt er und lacht. Für die Kollegen in luftiger Höhe, so Dammann, sei das Tagesgeschäft, trotzdem seien sie natürlich gesichert. „Allerdings bewegen sich die verschiedenen Teile, sodass stets höchste Vorsicht geboten ist. Leichter Wind ist aber immer noch deutlich besser als Regen“, sagt er. Bis Windstärke 5/6 werde in der Höhe an den Masten gearbeitet. Die Arbeiten hoch über den Dächern von Rendsburg sollen heute Nachmittag beendet sein.

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erstellt am 28.Mai.2014 | 07:00 Uhr

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