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Rader Hochbrücke : Balance-Akt in der Borgstedter Enge

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Fünf Wochen nach Beginn der Arbeiten an der maroden Rader Hochbrücke sind schon 60 Prozent der Betonpfeiler saniert. Eine vorzeitige Fertigstellung vor November ist dennoch kaum möglich. Heute geraten sechs im Wasser stehende Pfeiler in den Fokus.

Die Bauarbeiten an der Rader Hochbrücke liegen weiter im Zeitplan. Während 17 von 28 Betonpfeilern des maroden Bauwerks inzwischen komplett saniert wurden, kommt es heute Vormittag in der Borgstedter Enge zu einem spektakulären Manöver. Zu einem Balance-Akt auf dem Wasser der Eider: Mit Hilfe eines 100-Tonnen-Krans wird zunächst ein Autokran (38 Tonnen) auf einen Ponton gehievt. Vom schwimmenden Untersatz aus hebt der kleinere Kran dann Träger und sogenannte Spannanker zu den Pfeilern. In etwa 40 Metern Höhe werden die Teile schließlich montiert. Das Gewicht der Manschetten aus Stahl beträgt pro Pfeiler fast eine Tonne. Daher können die Arbeiten nicht ausgeführt werden, wenn der Wind zu stark bläst. „Die Krahnspitze könnte zu sehr schwanken“, sagt Harald Haase, Sprecher des Verkehrsministeriums in Kiel.

Die sechs Wasserpfeiler in der Borgstedter Enge sind nur mit schwimmenden Pontons für Gerät und Material erreichbar. Sie sind die letzten der 28 Betonstelzen, die noch keine Stahlmanschetten zur Stabilisierung (Fachbezeichnung: Gurtung) erhalten haben.

60 Prozent der Pfeiler nach nur fünf Wochen geschafft – ist also schon im Oktober mit einer Freigabe der kompletten Rader Hochbrücke zu rechnen? Nein, sagt Haase. Ein Grund: Der frisch verarbeitete Beton muss mindestens 28 Tage aushärten, bevor er zu hundert Prozent belastbar ist. Außerdem sind die verbleibenden Betonpfeiler nach Haases Schilderung komplizierter zu sanieren, weil sie mit der Fahrbahn-Ebene fest verankert sind. Haase: „An ihnen sind viele kleine Bauabschnitte nötig.“ Zwar komme man gut voran und habe sogar eine kleine zeitliche Reserve herausgeholt – im Herbst sei aber mit wetterbedingten Widrigkeiten zu rechnen. „Wenn alles sehr gut läuft, könnte es bis Mitte November klappen.“

Die Polizisten an den Auffahrten zur A7 sehnen das Ende der Bauarbeiten herbei. Denn noch immer versuchen Lastwagenfahrer, über das gesperrte Bauwerk zu fahren. „Es gibt immer noch Lastwagenfahrer, die sich nicht an das Verbot halten wollen“, sagte Jürgen Börne von der Landespolizei. Diese werden von den Polizeibeamten an den Kontrollpunkten mit Zeichen und Weisungen an der Weiterfahrt gehindert. Für die Polizei sei die Brücke an der Autobahn 7 ein gefährlicher Arbeitsplatz, so Börne: „Neben der Belastung durch Lärm, Staub und Abgase besteht die Unfallgefahr durch unaufmerksame oder zu schnell fahrende Fahrzeuge.“ Zumal die Tage immer kürzer, kälter und nebliger werden.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 07:00 Uhr

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