Rendsburg : Bahnlinie nur bis zur Büsumer Straße?

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Endpunkt oder Durchgangsstation? Zurzeit enden die Gleise noch an der Büsumer Straße. Foto: Schönstedt

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23. Juni 2010, 07:05 Uhr

Rendsburg | Die Bahnstrecke zwischen Kiel und Fockbek nimmt Fahrt auf: Gestern Nachmittag erläuterten Christian Sörensen (Referatsleiter im Wirtschaftsministerium) und Jochen Schulz (Verkehrsservicegesellschaft des Landes) im Rendsburger Rathaus den Vertretern der anliegenden Kommunen das "Angebotskonzept einer Vorortbahn Kiel - Rendsburg - Fockbek". Vor knapp drei Wochen hat das Wirtschaftsministerium den Plan veröffentlicht, einen zusätzlichen , langsamen Zug zwischen Rendsburg und Kiel einzusetzen, mit dem weitere Haltestellen südlich des Kanals in Bredenbek, Achterwehr und Schülldorf möglich würden.

In Rendsburg müsste dieser Zug vor der Rückkehr nach Kiel eigentlich eine Pause von 45 Minuten einlegen, um nicht dem entgegenkommenden Schnellzug auf dem eingleisigen Teilstück zu begegnen. Diese Zeit soll nun für Abstecher nach Fockbek genutzt werden. Damit verbunden, so das Angebot, wären Haltepunkte in der Eckernförder Straße, im Stadtteil Mastbrook, an der Büsumer Straße und am ehemaligen Fockbeker Bahnhof. "Das ist ein Angebot, das die Infrastruktur ohne viel Aufwand verbessern könnte", warb Sörensen. Er machte deutlich, dass sich das Ministerium problemlos über Einzelinteressen hinwegsetzen könne - sollte es jedoch geballten Widerstand geben oder eine Kommune ablehnen, würde das Ministerium sicher nicht auf seinen Pläne beharren. "Es ist allerdings eine Chance, die so schnell nicht wiederkommt", sagte Sörensen.

Osterrönfelds Bürgermeister Bernd Sienknecht sieht das ähnlich. Problem nur: In seiner Gemeinde ist kein Bahn-Haltepunkt vorgesehen. Und sowohl Sörensen als auch Schulz machten deutlich, dass die Chancen auch alles andere als gut stehen. Als Haltepunkt für die Region wurde Schülldorf gewählt - und auch das könne nur funktionieren, wenn der etwas abseits geplante "Bahnhof" durch einen Bus-Shuttle erschlossen wird.

Geradezu begeistert zeigten sich Büdelsdorfs Bürgermeister Jürgen Hein und sein Rendsburger Kollege Andreas Breitner über die Chance, eine Bahn mit drei Haltepunkten zu bekommen. "Das ist für uns ein Glücksfall", sagte Hein. Breitner gab allerdings zu bedenken, dass eine Bahntrasse westlich der Büsumer Straße "nicht ganz beschwerdefrei" sei. Dort wurde die ehemalige Bahntrasse inzwischen in einen Wanderweg umgewandelt - und der führt nah an vielen Häusern und offenen Gärten vorbei. "Ich wäre mit einer Strecke bis zur Büsumer Straße schon zufrieden", sagte Breitner - und gab das Wort an seinen Fockbeker Kollegen weiter. Pierre Gilgenast zeigte sich sehr verhalten, verwies auf B-Pläne, Wohnbebauung und negative Reaktionen aus der Bevölkerung. "Das Ganze wäre den Menschen in Fockbek nur sehr schwer zu vermitteln. Unsere Pläne gehen in eine ganz andere Richtung", sagte er. Eine Endstation an der Büsumer Straße in Rendsburg dagegen würde voraussichtlich auch von den Fockbekern angenommen.

Sörensen und Schulz warben dennoch für die Weiterführung der Bahnlinie bis nach Fockbek. Ihre Argumente: Hochmoderne, leise Züge, die Möglichkeit einer Busanbindung nach Heide und eine weitere positive Entwicklung für Fockbek. "Wir sollten es versuchen und auch die Chancen darstellen", sagte Sörensen. Er riet den Bürgermeistern, sich auf eine offene Diskussion mit den Bürgern einzulassen.

Breitner und Gilgenast nahmen den Ball auf. Für Ende Juli planen sie eine öffentliche Informationsveranstaltung, bei der alle Fragen von den Planern beantwortet werden sollen.

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