Investition : Bahnhof wird ab sofort aufgehübscht

Die einst beschmierte Willkommenswand (links) ist weiß übermalt, die Decke vertäfelt. Wiltrud Endriß (Bahnhofsmission), Marei Locher (Nah.SH), Bürgermeister Pierre Gilgenast und Dirk Teuber (Leiter des Bahnhofsmanagements Schleswig-Holstein, von links) freuen sich.
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Die einst beschmierte Willkommenswand (links) ist weiß übermalt, die Decke vertäfelt. Wiltrud Endriß (Bahnhofsmission), Marei Locher (Nah.SH), Bürgermeister Pierre Gilgenast und Dirk Teuber (Leiter des Bahnhofsmanagements Schleswig-Holstein, von links) freuen sich.

Vertäfelung für undichte Mauern und Decken.

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10. August 2018, 10:23 Uhr

Rendsburg | Der Rendsburger Bahnhof krankt an vielen Stellen. Seit Jahren dringt Regenwasser durch das Gleisbett in die Unterführung, die wie eine Dauerbaustelle aussieht. Seit 2013 sind die öffentlichen Toiletten wegen Vandalismus geschlossen. Jüngst wurden im Dachgebälk über dem leerstehenden Restaurant Schadstoffe und Holzschwamm gefunden.

Nach vielen Beschwerden aus der Bevölkerung hat Bürgermeister Pierre Gilgenast auf ein Gespräch mit Verantwortlichen gedrungen. Gestern erhielt er Besuch von Dirk Teubler, Leiter des Bahnhofmanagements Schleswig-Holstein, und Marei Locher von der Nahverkehrsgesellschaft Schleswig-Holstein (Nah.SH).

Teubler kündigte an, dass die Bahn die Probleme nun abarbeiten will. Sie investiert etwa 200 000 Euro in das Dach. Schadhafte Balken sollen bis Ende Oktober ausgetauscht werden. Geplant ist, die Unterführung innerhalb von vier Wochen für ungefähr 65 000 Euro zu verschönern. Ein Seitengang wurde mit einer Mauer abgetrennt, damit dahinter nicht uriniert wird. Eine Wand mit dem Schriftzug „Herzlich willkommen“, die beschmiert war, wurde weiß gestrichen. Die Decken und weitere Wände werden getäfelt. Im Tunnel zum Hinterausgang und vor dem Kiosk ist die Verkleidung schon zu sehen.

Sie ist absichtlich provisorisch, weil das Problem der undichten Wände dahinter noch ungelöst ist. Versuche, die Tröge, in denen die Gleise liegen, von unten abzudichten, scheiterten. Ab 2021 will die Bahn die Gleise für eine Abdichtung von oben herausnehmen. „Bautechnologisch ist es noch nicht durchgeplant“, sagte Teubler. Es sei offen, ob die Gleise einzeln oder paarweise ausgebaut werden. Die Sanierung soll sechs Wochen dauern und eine halbe Million Euro kosten. Auswirkungen auf den Zugverkehr werden nicht ausbleiben.

Der letzte Förderantrag für die Fahrradstation liegt beim Land. Gilgenast hofft, dass sie noch 2018 steht. Ein Zugang dazu führt durch den Seitengang. Die neue Mauer wird dann wieder abgebaut.

Chronik der Mängel

Juni 2013: Die öffentlichen Toiletten im Bahnhof werden wegen wiederholter Vandalismusschäden geschlossen.

Juli und August 2017: Ein Aufzug fällt für dreieinhalb Wochen aus. Wer darauf angewiesen ist, kann die Gleise 3 und 4 nicht erreichen oder verlassen.

> Dezember 2017: Reisende bemängeln übervolle Mülleimer.

Februar 2018: Wieder laufen die Mülleimer über.

März 2018: Ein Aufzug fällt für knapp einen Monat aus.

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