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Zugverkehr läuft wieder : Bahn frei für die neue Brücke

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Stahlkoloss auf Schmierfett reibungslos in die Unterführung gezogen. Vollsperrung wieder aufgehoben. Jetzt werden Wände erneuert.

Das lief ja wie geschmiert - im wahrsten Sinn des Wortes. Auf Kunststoffschienen mit Schmierfett als Gleitmittel wurde am 2. Weihnachtsfeiertag die neue Bahnunterführung, ein Koloss aus 1000 Tonnen Stahlbeton, mit zwei Hydraulikpressen in den Bahndamm der Schleife gezogen. Der Austausch der maroden Eisenbahnbrücke im Sundewitter Weg, für den die Arbeiter 45 Stunden Zeit hatte, klappte reibungslos. „Ab 14 Uhr können die Züge wieder rollen“, freute sich Thomas Hagena, Projektleiter der DB Netz AG, gestern über die „Arbeit im Zeitplan“. Allerdings müssten die ersten Züge noch mit verminderter Geschwindigkeit über das neue Bauwerk fahren, weil noch Setzungen in dem frischen Gleisbett zu erwarten seien. Ab heute dürfte sich der Fahrplan normalisieren.

45 Stunden war die wichtigste Nord-Süd-Eisenbahnverbindung des Landes gesperrt. Bahnreisende in Richtung Hamburg mussten bis Neumünster mit dem Bus fahren. Wer nach Kiel wollte, konnte entweder bis Schülldorf mit dem Bus fahren und dann in die Bahn umsteigen oder direkt mit dem Bus bis in die Landeshauptstadt gelangen. Die Sperrung über war auf die Weihnachtsfeiertage gelegt worden, weil dann die die Verkehrsdichte am geringsten sei. Zudem führen dann kaum Güterzüge, und der Berufsverkehr halte sich in Grenzen, so die Argumente der Bahn für die Vollsperrung vom 25. Dezember, 17 Uhr, bis 27. Dezember, 14 Uhr.

Nachdem in der Nacht zum 2. Weihnachtstag die marode stählerne Brücke entfernt worden war, wurde der neue Brückenrahmen aus Stahlbeton am frühen Morgen an seinen Platz gezogen. Danach wurde der Rahmen im Bahndamm befestigt. Auf der Oberseite wurde das Gleisbett neu aufgebaut. „Vorher waren die Schienen direkt auf der stählernen Brücke befestigt. Jetzt mussten wir Schotter einbringen und Bahnschwellen verlegen, bevor wir die bisherigen Schienen wieder an ihren alten Platz konnten “, erklärte Hagena. Um 14 Uhr waren die Arbeiten so weit erledigt, dass die ersten Züge wieder fahren konnten. Das Bauprojekt im Sundewitter Weg ist aber noch nicht abgeschlossen. Die vier gemauerten „Flügelwände“ an den Eingängen der Unterführung müssen noch erneuert werden, was bis April kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. Danach wird der Straßenbau durch die neue Unterführung fertig gestellt. „Die asphaltierte Fahrbahn sowie der Fuß- und Radweg, den es bisher nicht gab, werden für alle Verkehrsteilnehmer im Sundewitter Weg eine Verbesserung sein“, zeigte sich Hagena überzeugt. Den genauen Termin der Freigabe werde die Bahn mit der Stadt Rendsburg absprechen, die sich zur Hälfte an dem 2,8-Millionen-Euro-Projekt beteiligt. Hagena geht davon aus, dass die Baumaßnahme im Frühsommer abgeschlossen wird.

Die Bauarbeiten zogen immer wieder Schaulustige an. Kritik wegen Lärmbelästigung war nicht zu hören – im Gegenteil. Eine Anwohnerin sagte, dass sie positiv überrascht sei. Es sei weitaus weniger laut gewesen als vermutet. Die Deutsche Bahn hatte den Bewohnern von 40 Häusern in direkter Nähe der Baustelle angeboten, die erste Nacht der Vollsperrung auf Kosten der Bahn in einem Hotel zu verbringen. Das Angebot sei aber nur von wenigen Anwohnern in Anspruch genommen worden, so Hagena. Der Projektleiter hofft nun, dass die weiteren Bauarbeiten im Sundewitter Weg genauso reibungslos verlaufen wie die „45 Stunden über Weihnachten“.






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