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Nortorf : Bäckerei-Räuber muss hinter Gitter

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Überfälle auf Bäckerei-Filialen: 43-jähriger Angeklagter wurde vom Landgericht nach Zeugenaussagen zu Freiheitsstrafe verurteilt.

Seit Donnerstag musste sich ein 43-Jähriger vor dem Kieler Landgericht wegen schweren Raubes in zwei Fällen verantworten. Am zweiten Prozesstag wurde nun das Urteil gegen ihn verkündet. Der Angeklagte hatte im April und Mai dieses Jahres zwei Filialen der Firma Steiskal in Nortorf un Molfsee überfallen und mehrere tausend Euro gestohlen.

Am zweiten Verhandlungstag sagten nun die Bäckereifachverkäuferinnen, die während der Überfälle in den Filialen anwesend waren, vor dem Landgericht gegen den Angeklagten aus und schilderten die Übergriffe im Detail. „Ich habe die ganze Zeit nur auf das Messer gestarrt mit dem er mich bedrohte und nur gehofft, dass er mir nichts tut und ich zurück zu meiner Familie komme“, schilderte eine der Zeuginnen ihre Angst während des Übergriffs. Der 43-Jährige hatte beide Frauen mit einem großen Küchenmesser bedroht, allerdings nicht verletzt. Bei den Aussagen der Zeuginnen wurde außerdem deutlich, welche Langzeitfolgen der Überfall bei den Geschädigten auslöste. Beide Frauen beanspruchten nach der Tat psychologische Betreuung und sind zum Teil bis heute in ihrem Privatleben durch Ängste stark eingeschränkt. „Ich lasse meine Kinder im Dunkeln nicht mehr alleine zum Sport fahren. Das ist mir nun zu gefährlich“, berichtete eine der Geschädigten.

Für das Leid, dass er ihnen zugefügt habe entschuldigte sich der Angeklagte während der Verhandlung noch einmal persönlich, nachdem er beiden kurz nach den Überfällen bereits einen Brief zukommen ließ. Darüber hinaus prüfte das Gericht anhand von Kontoauszügen noch einmal die finanzielle Situation des Angeklagten zum Tatzeitpunkt, da diese als Teil des Tatmotivs galt. Der 43-Jährige hatte sich durch Kredite, Miete und Unterhaltszahlungen für seine zwei Söhne in Schulden verfangen und hoffte, diese durch die Überfälle bereinigen zu können. Am Ende der Verhandlung sprachen die finanzielle Notsituation, das Geständnis und die Kooperation mit den Behörden, aber auch das leere Vorstrafenregister für den Angeklagten.

Daher stufte das Gericht die Taten als minderschwere Fälle ein. Die Folgeschäden und die ansatzweise Planung der Überfälle, die aufgrund der Tatausführung nicht von der Hand zu weisen war, hingegen befand das Gericht für so schwerwiegend, dass eine Bewährungsstrafe zur Sanktionierung des Angeklagten nicht ausreichte. Ebenso musste berücksichtigt werden, dass der Täter zuvor selbst bei Steiskal arbeitete und das Wissen aus diesem Vertrauensverhältnis für seine Überfälle ausnutzte. Nach sorgfältiger Erwägung aller Gesichtspunkte kam das Gericht zu dem Schluss, den Angeklagten wegen schweren Raubes und räuberischer Erpressung in minderschweren Fällen zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt zwei Jahren und acht Monaten zu verurteilen.


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