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Landeszeitung

23. Oktober 2017 | 05:18 Uhr

Wasserqualität : Badeseen unter der Lupe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Für die Mitarbeiter des Kreis-Gesundheitsamtes läuft die Badesaison schon jetzt auf Hochtouren. Sie untersuchen die Wasserqualität an 72 Badestellen und entscheiden über Badespaß oder Badeverbot.

von
erstellt am 28.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Wer im Kreis Rendsburg-Eckernförde wohnt oder Urlaub macht, nutzt gern die Nähe zum Wasser. Ob an der Ostsee, den Binnenseen oder Flüssen: Gast und Bürger erwarten sauberes Badewasser. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch wie sauber ist das Wasser wirklich?

Um eine Antwort auf diese Frage geben zu können, prüft der Kreis regelmäßig den Verschmutzungsgrad. Schon seit Tagen werden die Badestellen „beprobt“, wie Wilfrid Wulschner, Fachbereichsleiter Gesundheitsschutz, bestätigt. Heute werden zwei Mitarbeiter des Kreis-Gesundheitsamtes ein letztes Mal ausgewählte Seen in der Region ansteuern. Dann ist die Liste der insgesamt 72 Badestellen im Kreis abgearbeitet – rechtzeitig vor dem Beginn der Badesaison am kommenden Sonntag.

Von Juni bis September werden die Experten noch vier weitere Male die Gewässer flächendeckend untersuchen. Die Fachmänner, die verantwortlich sind für Badespaß oder Badeverbote, sind mit Teleskoprute, Wasserbehälter und Wathose unterwegs. Noch am gleichen Tag bringen die Gesundheitshüter die sorgsam verschlossenen Gläser zum Labor des Medizinaluntersuchungsamtes in Kiel, wo der Inhalt auf gesundheitsgefährdende Keime oder Gifte untersucht wird.

„Nach zwei Tagen liegen die Ergebnisse vor“, weiß Wilfrid Wulschner. Die Daten werden dann auf der Internetseite des Kreises, die eine detaillierte Übersicht über die Badewasserqualität liefert, öffentlich gemacht. Gezielt wird auf Darmbakterien untersucht – die Escherichia coli und intestinale Enterokokken. Die Bakterien, die von Menschen und Tieren ausgeschieden werden, können Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall hervorrufen, wenn sie zum Beispiel beim Schwimmen verschluckt werden. Durch die Abwässer oder auch direkt können diese Krankheitserreger in die Seen gelangen.

Der Ablauf der Kontrollen ist streng reglementiert. Ein Beispiel: Eine Wasserprobe wird am Montag genommen und erreicht noch am selben Tag das Labor in der Landeshauptstadt. 48 Stunden später (Mittwoch) liegt das Ergebnis als Fax dem Gesundheitsamt in Rendsburg vor. Fällt die Probe schlecht aus, wird noch am Mittwoch eine Nachprobe geholt und nach Kiel geschickt. 48 Stunden später (Freitag): Ist die Probe wieder schlecht, wird die betreffende Badestelle geschlossen. Dieser Fall trat im vergangenen Jahr an der Badestelle in Götheby an der Schlei in Fleckeby ein, weil die verschärfte EU-Badewasser-Richtlinie nicht eingehalten wurde.

Die gute Nachricht zum Schluss: Das Wasser aus den anderen Badestellen im Kreis war in den vergangenen Jahren einwandfrei.

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