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HöLa-Party : B77 bei Legan: Wo Betrunkene vor Autos torkeln

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Immer wieder donnerstags kommt es zu heiklen Situationen rund um die Gaststätte Margarethen-Mühle.

Legan | Im Straßenverkehr entscheiden manchmal Sekunden über Leben und Tod. Doch auch wenn niemand zu Schaden kommt, gibt es Momente des Schreckens. Solche hat Wolf Rüdiger Brötzmann in den vergangenen Monaten öfter erlebt.

Der Büdelsdorfer arbeitet als Milchtechnologe in Hohenwestedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Bedingt durch Schichtarbeit fährt er zu unterschiedlichen Tageszeiten auf der Bundesstraße 77 (B77) – nach der Nacht- oder vor der Frühschicht auch in den frühen Morgenstunden gegen 4 Uhr. „In den vergangenen zwei Monaten sind mir zu dieser Uhrzeit in Höhe Legan zweimal betrunkene junge Männer vor das Auto gelaufen“, so der 53-Jährige. Obwohl er beide Male einen Zusammenstoß verhindern konnte, sind ihm diese Ereignisse im Gedächtnis geblieben. „Einen der beiden jungen Männer habe ich nur deshalb rechtzeitig gesehen, weil er weiße Turnschuhe getragen hat, die ich im Scheinwerferlicht gesehen habe.“

Diese Vorfälle hätten sich immer in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ereignet. „Die jungen Männer kommen aus der Margarethen-Mühle“, vermutet Brötzmann deshalb. Dort finden zweimal im Monat – jeweils donnerstags – Feiern statt, die vor allem von Schülern der Höheren Landbauschule (HöLa) sowie der Landfrauenschule besucht werden. Weil er eine Verbindung zwischen den Feten und den alkoholisierten Fußgängern auf der Straße sieht, hat Brötzmann bereits mit der Polizei gesprochen. Die kennt die Problematik. „Meine Kollegen wissen, dass dort Feten stattfinden, bei denen Alkohol konsumiert wird. Deshalb zeigen wir dann auch verstärkt Präsenz“, berichtet Sönke Hinrichs, Pressesprecher der Polizeidirektion Neumünster. Den Beamten seien aber keine weiteren gefährlichen Situationen wie die von Brötzmann geschilderten bekannt.

Allerdings: In der Nacht auf den 28. Februar 2014 kam in Legan ein junger Mann ums Leben, der zunächst Gast bei der HöLa-Party und anschließend im naheliegenden Bordell war. Er saß offenbar bereits im Taxi, war dann aber wieder ausgestiegen – und direkt vor einen vorbeifahrenden Transporter gelaufen.

An diesem Vorfall hatte Sabine Müller, Chefin in der Margarethen-Mühle, lange zu „knusen“, wie sie sagt. Sie versucht, die Sicherheit ihrer Gäste unter anderem mit Security-Personal, das auch ein Auge auf die alkoholisierten Besucher hat, zu schützen. Außerdem stünden Taxen bereit, wenn die Party zu Ende ist. Das sei gegen 2.30 Uhr. „Hier bleibt keiner allein stehen“, so Müller. Die jungen Männer, die Wolf Rüdiger Brötzmann vors Auto gelaufen sind, hält sie für Nachzügler, die zu dem Zeitpunkt aber nicht mehr aus der Margarethen-Mühle kommen können.

Wenn die Partygäste die Gaststätte verlassen, ist sie darauf angewiesen, dass die Begleiter ihre Freunde nicht im Stich lassen. Müllers Trost: Die HöLa-Party gibt es seit mehr als 30 Jahren. Abgesehen von dem einen Unfall ist noch nie etwas passiert. Damit das so bleibt, appellieren sie und Brötzmann an die Autofahrer, besonders achtsam zu sein und den Fuß vom Gas zu nehmen.

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erstellt am 13.Apr.2016 | 06:00 Uhr

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