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Geringe Schäden : Autofahrer hatten das Nachsehen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mehrere Fähren stellten wegen des Sturmes den Betrieb ein. Bis zu drei Kilometer staute sich der Verkehr vor dem Kanaltunnel. In Rendsburg waren nur wenig Orkanschäden zu beklagen.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 18:59 Uhr

Gestern um die Mittagszeit ging’s los. Die Vorboten des Orkans „Xaver“ pusteten in Rendsburg Laub auf die Straßen und legten Schilder auf die Seite. Doch zu großen Schäden kam es bis zu den Abendstunden nicht. Lediglich die Autofahrer hatten das Nachsehen. Weil die Rader Hochbrücke zeitweise komplett gesperrt war und mehrere Kanalfähren den Betrieb einstellen mussten, suchte sich der Verkehr neue Wege – aber viele Alternativen gab es nicht. Die Folge: bis zu drei Kilometer Stau vor dem Kanaltunnel.

Für die Kameraden der Rendsburger Feuerwehr begann die Begegnung mit „Xaver“ ausgesprochen harmlos: Der erste Orkan-Alarm ging um 14.42 Uhr ein. In der Hainstraße (Hoheluft) drohten Dachziegel abzustürzen. Als das erledigt war, blieb auf der Feuerwache sogar noch kurz Zeit, mit Kaffee und Kuchen Kraft zu tanken. „Wenn die Rader Hochbrücke wieder dicht gemacht wird, haben wir hier Freude“, sagte Wehrführer Gerrit Hilburger zu den 20 Männern und Frauen der sogenannten ersten Tagesschleife. Dass es heftig werden würde, hatte ein Kamerad schon kurz zuvor auf der A7 gesehen und mit dem Handy fotografiert. Dort war ein Kastenwagen an die Leitplanke gepustet worden.

An der Schwebefähre ging schon um 13.15 Uhr nichts mehr. Sie machte auf Osterrönfelder Seite fest. Auch die Fähre Breiholz stellte den Betrieb ein. Wann beide wieder verkehren, will die zuständige Behörde heute Morgen klären.

Für den Umwelt- und Technikhof (UTH) gab es bis zum frühen Abend keine Sondereinsätze. Betriebsleiter Niels Faust erklärte: „Die Lage ist ruhig.“ Man werde abwarten und gucken, was die Nacht über passiere. „Selbst wenn es stärker weht – im Dunkeln können wir sowieso nichts machen.“ Sollte „Xaver“ allerdings Bäume umwehen, stehen seine Mitarbeiter ab 7 Uhr mit Kettensägen bereit. Wahrscheinlicher aber ist, dass sie für den Winterdienst eingeteilt werden, denn der hat beim UTH Vorrang.

In manchen Fällen halfen sich Passanten und Autofahrer schon gestern selbst. Am Kanal riss der Orkan größere Äste von den Bäumen, um die die Fahrzeuge herumkurven mussten. Ein Mitarbeiter der ADAC-Straßenwacht zog das Verkehrshindernis von der Straße. Glimpflich ging ein Unfall direkt vor dem Haus des Diakonie-Landesverbandes aus. Eine ältere Frau war offenbar auf Laub ausgerutscht. Ein Passant half ihr wieder auf die Beine. Sie konnte ihren Spaziergang im Sturm fortsetzen.

Auch auf den Betrieb am Berufsbildungszentrum Nord-Ostsee-Kanal (BBZ-NOK) hatte der Orkan Auswirkungen. Leiterin Monika Boye berichtete, dass von 1000 Schülern etwa zehn Prozent entweder nicht gekommen oder früher nach Hause gegangen seien. Manche mussten danach noch in die Betriebe, einige nach Mecklenburg-Vorpommern. In Zeiten des Wintersturms wird aus einer solchen Reise ein Abenteuer. Zumal für alle, die auf die Bahn angewiesen sind. Die Verbindung von Rendsburg nach Kiel war schon gegen 13 Uhr ausgefallen, als die Böen noch vergleichsweise harmlos waren. Später waren auch andere Strecke betroffen. Und für den Freitagmorgen waren die Prognosen nicht besser.

 

 

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