Auszeit am Mittag gegen Stress im Job

Kerzenlicht und Osterhase: Wohlfühl-Atmosphäre im Musiksaal der VHS.
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Kerzenlicht und Osterhase: Wohlfühl-Atmosphäre im Musiksaal der VHS.

Im VHS-Kurs von Petra Krambeck lernen Arbeitnehmerinnen in der Mittagspause Techniken zum Lockerlassen und zur Burnout-Prävention

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29. März 2012, 06:59 Uhr

Rendsburg | Am besten, da zögert Karin Zimmermann nicht, findet sie "das Liegen auf der Matte, den Rücken ausstrecken, sich lang machen." Die 51-Jährige lächelt. Sie hat gerade ihre Mittagspause genutzt, um abzuschalten vom Vormittags-Stress und neue Kraft zu tanken für die Nachmittags-Aufgaben. Oberstes Ziel: Entspannung. Karin Zimmermann arbeitet als Sekretärin beim Bauernverband in Rendsburg. Sie hat schmerzlich erfahren müssen, was es heißt, sich nicht regelmäßig Auszeiten von der Anspannung im Job zu nehmen: "Ich bin Burnout-Patientin gewesen", sagt sie. Seit einer mehrmonatigen beruflichen Zwangspause vor fünf Jahren arbeitet die Frau mit den kurzen rotbraunen Haaren wieder - und besucht einmal die Woche einen Entspannungskurs der Volkshochschule (VHS). Sie und ihre Kurspartnerin Christina Oelschläger (34, Foto) sagen: "Wir möchten ihn nicht mehr missen."

Gedimmtes Licht, zugezogene Vorhänge, sanfte sphärische Klänge im Hintergrund und in der Mitte des VHS-Musiksaals ein Stuhlkreis: Sechs Frauen sitzen in der Runde, unter ihnen Trainerin Petra Krambeck. Sie haben genau 45 Minuten, um kurz aus dem Alltag auszusteigen. Auch wenn die Wanduhr kaum merklich weitertickt: Für diese kleine Pause scheinen die Kursteilnehmerinnen die Zeit anzuhalten. In der Mitte des Stuhlkreises leuchten Teelichtgläser in rot, gelb und grün. Eine Osterhasenfigur weckt Frühlingsgefühle. Petra Krambeck ist eine Wohlfühlatmosphäre wichtig.

Es geht ums Loslassen. Ums Lockerwerden. Die Trainerin wendet dazu Übungen zur Verbesserung der körperlichen Beweglichkeit, zur Dehnung der Wirbelsäulenmuskulatur, der Schultern und des Nackens an. Sie vermittelt den Frauen Schritt für Schritt Techniken zur Entspannung von Körper, Geist und Seele. Mal massieren die Teilnehmerinnen, die bei der Stadt Rendsburg, einer Krankenkasse oder im Amtsgericht arbeiten, gegenseitig mit einem gelben Igelball den Rücken. Mal strecken sie im Sitzen ihre Arme ganz weit nach oben. "Entspannung bis in die Fingerspitzen", so nennt Petra Krambeck (42) das Credo. Dazu kommen leichte Übungen, die man auch zu Hause anwenden kann. Das können Methoden aus dem Autogenen Training sein, der Progressiven Muskelentspannung, Phantasiereisen.

So wie am vergangenen Dienstagmittag. Die Frauen haben sich aus Yogamatten eine bequeme Unterlage gebaut. Und schließen die Augen. Die Traumreise führt auf eine grüne, weiche Wiese voller Frühlingsblumen. "Sagt euch in Gedanken beim Einatmen: Mir geht es gut", sagt Trainerin Krambeck den Frauen. "Und beim Ausatmen: Ich bin ganz entspannt."

Es wirkt. Findet jedenfalls Karin Zimmermann. "Ich fühle mich wunderbar", sagt sie. "So möchte ich mich jeden Tag in der Woche fühlen." Deshalb komme sie auch immer wieder. Am 17. April 2012 beginnt ein neuer Kurs "Entspannung in der Mittagspause" unter Leitung von Gesundheitstrainerin Petra Krambeck. Dienstags, von 12.15 bis 13 Uhr, acht Termine. Gebühr: 30 Euro.

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