„Ausweise“ vor dem ersten Abflug

Fachmann: Jörg Heyna vom Naturschutzbund begutachtet Jungstörche in einem Nest in Bergenhusen.
Fachmann: Jörg Heyna vom Naturschutzbund begutachtet Jungstörche in einem Nest in Bergenhusen.

Storchenbetreuer ziehen positive Bilanz: Ein gutes Jahr für Meister Adebar / 40 Jungstörche in 17 Nestern beringt

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29. Juni 2018, 14:14 Uhr

In den Gemeinden Bergenhusen, Börm, Stapel, Winnert, Hollingstedt und Bünge waren in einem zehnstündigen Einsatz wieder die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Storchenschutz im NABU unterwegs. Jörg Heyna und Regina Kolls, die beide das Gebiet Nordfriesland und Schleswig Flensburg betreuen, haben die Nester in den Dörfern in Augenschein genommen, um sich ein Bild vom Zustand der Jungstörche zu machen.

Im Verhältnis zu den vorhergehenden beiden Jahrgängen gab es dabei Anlass zur Freude. Insbesondere zum Jahr 2017, in dem nur 40 Prozent der geschlüpften Küken flügge werden durften, fällt die Bilanz 2018 verhalten optimistisch aus. 40  Jungstörche in gutem gesundheitlichen Zustand, erhielten ihre „Personalausweise“ – Ringe, von denen später Alter und Geburtsort abzulesen sind.

Zwei Tiere wurden tot geborgen und drei waren in schlechtem gesundheitlichen Zustand. Sie wurden zur weiteren Pflege an den Storchenvater Hans Gerd Dierks nach Süderstapel übergeben, der bereits sechs Pflegekinder betreut. Je nach Fortschritt in ihrem Zustand werden sie nach und nach weiter an die Auffangstation bei Storchenvater Helmut Pauls in Bergenhusen übergeben. Von hier werden sie Ende August freigelassen und hoffentlich den Storchenzug in den Süden antreten. Aufgrund der bisherigen Beobachtungen und der querschnittlichen Hochrechnung wachsen in diesem Jahr in Nordfriesland 14 und in Schleswig-Flensburg circa 60  Jungstörche auf. Bemerkenswert war an diesem Tag noch der Einsatz des Teleporters der Zimmerei und Dachdeckerei Andreas Fedde aus Börm. Zur einen Hälfte von Andreas Fedde und zur anderen von Regina Kolls gesponsort war der Chef selbst am Steuer. Damit kamen alle nach den Aufstiegen wieder unsbeschadet auf den Boden zurück. Im Verhältnis zum bisher eingesetzten Hubwagen ist der Teleporter effektiver und schneller und es kann mehr an einem Tag erledigt werden. Begeistert waren auch fünf dänische Besucher im Storchendorf Bergenhusen. Sie durften mit in die Höhe fahren und ein Nest aus nächster Nähe sehen.

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