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Landeszeitung

17. Dezember 2017 | 21:16 Uhr

Außen trutzig, innen kunstvoll

vom

300 Jahre alte Dorfkirche in Bergenhusen denkmalgeschützt / Malereien schmücken den gesamten Innenraum

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Bergenhusen | Sie ist die jüngste der vier Kirchen in der Flusslandschaft Stapelholm und bekam ihre jetzige Gestalt im Jahr 1712. Es handelt sich um das Gotteshaus des bekanntesten Storchendorfs im Norden, Bergenhusen. Damals errichteten die Einwohner ein neues Bauwerk an der Stelle, an der zuvor eine kleine Kapelle gestanden hatte.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen im Kreis Schleswig-Flensburg ist die Dorfkirche mit ihren 300 Jahren noch relativ jung. Ganze, unbearbeitete Feld- und Granitsteine bilden die unteren Schichten der Wände des Kirchenschiffs, die ab zwei Metern Höhe einrücken und in eine Ziegelsteinmauer übergehen. Die Steine stammen zum Teil von der Vorgängerkirche.

Die denkmalgeschützte Dorfkirche ist im Innenraum ungewöhnlich interessant gestaltet. Sowohl die Fenster als auch die Taufe sind im spätgotischen Stil konstruiert. Die Kanzel mit der Treppenbrüstung stammt aus dem Jahr 1637 und bildet Szenen aus dem Leben Jesu ab: Seine Taufe im Jordan durch Johannes den Täufer, das Gebet im Garten Gethsemane, seine Kreuzigung, seine Auferstehung am Ostermorgen und seine Himmelfahrt. "Der geschnitzte Altar, die Taufe und auch die Kanzel wurden von der alten Feldsteinkirche übernommen", erklärt Pastor Martin Baltzer. Die Emporen mit 44 Bildern, die einzelne biblische Geschichten aus dem Leben Jesu bis zu seinem Tod darstellen, wurden im 19. Jahrhundert umgebaut.

Baltzer ist vor allem von den Malereien mit religiösen Motiven begeistert, die den ganzen Innenraum der Kirche schmücken. Auffällig sei die Balkendecke, die mit großen Ranken auf bläulichem Grund verziert ist. Auf den Wolken in der Mitte schweben Engelsköpfe. Die Malerei auf der Innenseite der alten Holztür, die vom Turm in das Kirchenschiff führt, wurde 1734 als Zeichen ihrer Verbundenheit von den Meggerdorfer Gemeindegliedern gestiftet und zeigt die einzige Auferstehungsdarstellung im Gotteshaus. Eine weitere Besonderheit sind die Abendmahlsworte in lateinischer und plattdeutscher Sprache. Das gebe es nicht oft. Die Orgel ist laut Baltzer bei Besuchern ziemlich beliebt, denn sie wird "häufig" fotografiert. Auch der weiße Holzbaum, auf dem die Menschen eine Kerze anzünden können, zieht viele Blicke auf sich.

In den vergangenen vier Jahren wurde die Dorfkirche saniert. Dabei tauschten die Arbeiter einige der Balken aus. Diese seien bei der Errichtung vor 300 Jahren aus alten abgerissenen Häusern verwertet worden, erzählt Baltzer. Außerdem war der Turm von einem Baugerüst umgeben, denn die Außenfassade musste neu aufgemauert und die Findlinge des Mauersockels mit Stahlstiften verankert werden. Zudem wurde ein ungewöhnliches Beleuchtungssystem installiert. Damit ist es möglich, das Licht je nach Anlass zu dimmen oder aufzuhellen.

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