Auslandseinsätze belasten Soldaten

Eintrag ins goldene Buch: der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz (rechts), und der stellvertretende Kommodore Roland Runge.
Eintrag ins goldene Buch: der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz (rechts), und der stellvertretende Kommodore Roland Runge.

Inspekteur der Luftwaffe besucht Geschwader „Immelmann“ auf dem Fliegerhorst Jagel

von
03. September 2018, 15:21 Uhr

Drei Monate nach seiner Amtsübernahme besuchte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ auf dem Fliegerhorst Jagel. Während seines Besuches wurde er über die aktuellen Herausforderungen des Verbandes informiert und nutzte die Gelegenheit, sich mit einigen Soldaten auszutauschen. Der Inspekteur wurde vom stellvertretenden Kommodore, Oberstleutnant Roland Runge, begrüßt und trug sich in das Gästebuch des Geschwaders ein.

Anschließend folgte eine Lagebesprechung mit dem Führungspersonal, um „abzugleichen, wo es Knackpunkte gibt“, so Gerhartz in seiner Begrüßung. Der erste Eindruck seiner Rundreise sei ernüchternd, denn vor allem um die materielle Ausrüstung innerhalb der Luftwaffe stehe es schlecht. Das wurde auch in Jagel deutlich. „Wir benötigen bessere Verfügbarkeiten von Ersatzteilen, um den Flugbetrieb nicht einschränken zu müssen“, erklärte Roland Runge, der Oberst Kristof Conrath vertritt. Der führt derzeit das deutsche Einsatzkontingent in Jordanien.

Der Verband habe einer Vielzahl von Aufträgen gerecht zu werden. Die Sicherstellung der Auslandseinsätze, die Vorbereitung der Nato Response Force (die schnelle Eingreiftruppe) und die Übernahme der Tornado-Pilotenausbildung sind hierbei nur einige Punkte.

Vor dem Hintergrund, dass der Verband bereits an drei Auslandsmissionen teilnimmt, werde deutlich, welche Herausforderungen das Geschwader zu bewältigen habe. Viele der Verbandsangehörigen befänden sich momentan in den Einsatzgebieten in Afghanistan, Mali und Jordanien.

Die Belastung der Soldaten ist dem Inspekteur bewusst, bereits im Juli hatte der Generalleutnant die deutschen Soldaten auf dem jordanischen Stützpunkt Al-Asrak besucht und sich ein Bild gemacht. „Die höchste Einsatzbelastung der Luftwaffe liegt momentan auf den Schultern dieses Geschwaders“, sagte Gerhartz.

Oberstleutnant Runge nahm auch Bezug auf die zunehmende Bürokratie innerhalb der Bundeswehr. Diese wirke sich kritisch auf das tägliche Arbeitsgeschäft aus. „Eine zu hohe Komplexität verhindert oftmals die Umsetzung, und es dauert einfach zu lange“, so Runge.

Trotz der vielen Aufgaben sei der Verband aber voll funktionsfähig, betonte der stellvertretende Kommodore. Außerdem könne ein Personalzuwachs festgestellt werden. Auch die sehr gute Qualität der fliegerischen Ausbildung sei jederzeit gewährleistet und für das Geschwader von großer Bedeutung. Runge berichtete außerdem von einer „großen Motivation und beeindruckender Eigeninitiative“, die viele Soldatinnen und Soldaten im täglichen Arbeitsalltag zeigten.

In weiteren Gesprächsrunden stellte sich der Inspekteur den Fragen der Soldaten und informierte sich bei seinem Besuch auch über den Stand der Tornadoausbildung.

Der Generalleutnant zeigte Verständnis für die Belastungen, machte aber wenig Hoffnung auf eine schnelle Besserung: „Mir sind die Probleme sehr bewusst, auch wenn Lösungen nicht immer einfach zu finden sind“, sagte er.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen