Tierheim Rendsburg : Ausgesetzte Katzenjunge fast wieder fit

Maurizio schaut neugierig aus seiner Behausung, während eine Mitarbeiterin Fabrizio aus dem Zwinger nimmt.
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Maurizio schaut neugierig aus seiner Behausung, während eine Mitarbeiterin Fabrizio aus dem Zwinger nimmt.

Neun Jungtiere, die mit lebensbedrohlichem Katzenschnupfen in Elsdorf-Westermühlen gefunden wurden, kurieren sich nun im Tierheim aus.

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30. Juli 2015, 18:27 Uhr

Die kleinen Augen sind noch etwas gerötet und manchmal ist ein zartes Niesen zu hören, aber den neun kleinen Kätzchen auf der Krankenstation des Rendsburger Tierheims geht es schon wieder deutlich besser. Am Freitag waren sie in Elsdorf-Westermühlen gefunden worden – ausgesetzt in einem Wäschekorb, der mit einem Tuch abgedeckt war, welches mit Kabelbindern fixiert worden war.

Noch am Fundtag wurden die Kleinen von einem Tierarzt untersucht, der einen lebensbedrohlichen Katzenschnupfen diagnostizierte. „Wir mussten dringend etwas machen“, erinnert sich Tierheimmitarbeiterin Petra Mumm. Fünf Tage lang bekamen die Katzenjungen ein Impfserum gespritzt, mittlerweile bekommen sie noch Antibiotika, eine Augensalbe und ein Mittel, das ihre Abwehrkräfte stärken soll. Gestern stellte eine Tierärztin bei einer weiteren Untersuchung fest, dass das Schlimmste überstanden sei. Trotzdem seien alle noch zu krank, um vermittelt zu werden. Zwei Katzen leiden immer noch ernsthaft am Katzenschnupfen. „Aber die kritische Phase ist überstanden“, so die Spezialistin.

Die Tiere haben wieder guten Appetit, sind quirlig und spielen aufgeweckt miteinander. Die Mitarbeiter schätzen sechs von ihnen auf ein Alter von sechs bis sieben Wochen. Die drei anderen sind etwas größer und vermutlich neun bis zehn Wochen alt. Marc Nadolny, Vorsitzender des Tierschutzvereins Rendsburg und Umgebung, vermutet, dass die Katzen aus einer Haltung mit mehreren unkastrierten Tieren stammen. Kollegin Petra Mumm ergänzt: „Es muss sich jemand um sie gekümmert haben. Sie waren wohl genährt und sind sehr menschenbezogen, das haben wir sehr schnell gemerkt. Vielleicht fühlte sich der Halter überfordert, als die Tiere krank wurden.“

Nun sollen sie sich im Tierheim wieder richtig auskurieren. „Die ein oder andere Woche werden sie wohl noch hier bleiben, aber dann können wir auch nach zukünftigen Haltern suchen“, so Nadolny. „Am liebsten würden wir sie zu zweit weggeben oder als zweite Katze in einen Haushalt, in dem bereits eine andere ist“, sagt Martina Block aus dem Vorstand des Tierschutzvereins, während sie Bella, eine der älteren Katzen, sanft über das Fell streicht. Sie und Petra Mumm haben sichtlich Freude daran, sich um die kleinen Patienten zu kümmern. Die Stubentiger danken ihnen jede Streicheleinheit mit einem tiefen, zufriedenen Schnurren.

> Infos unter Telefon 0  43  31  /  48  80.

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