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Todenbüttel : Aus Solidarität wird Fisch serviert

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Pfarrer Beuke: Mit dem Verzicht auf Fleisch wird das Leid Jesus geteilt.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Osterhasen, Ostereier, Osterspaziergänge, Osterbrunchen. Es gibt viele unterschiedliche Osterbräuche. Ein weiterer kirchlicher Brauch ist es, dass am Karfreitag kein Fleisch, sondern Fisch gegessen wird. „Dies ist ein Solidaritätszeichen mit Jesus. Fleisch war damals kostbar und nicht jeder konnte es sich leisten. In Verbundenheit mit Jesus Christus verzichtet man an diesem Tag auf das Beste“, erzählt Pfarrer Manfred Beuke. Fisch hingegen war etwas Normales, etwas, das sich jeder leisten konnte. Daher wird mit dem Verzicht auf Fleisch am Karfreitag das Leben und Leid Jesus geteilt und symbolisiert.

Auch in weltlichen Kreisen wird diese Tradition gepflegt – beispielsweise bei den Landfrauen Todenbüttel. Zu ihren Aktivitäten gehören Vorträge über Gesundheit, alles rund um den Garten sowie das gemeinsame Kochen und Backen. Zu Ostern veranstalten sie ein ausgiebiges Osterfrühstück, bei dem sich alle Mitglieder versammeln. Im Familienkreis wird im Zeichen der Karfreitagstradition ein frisches Fischgericht zubereitet. „Wie jedes Jahr zu Ostern kommt bei uns kein Fleisch, sondern ein leckeres Fischgericht auf den Teller“, erzählt Hella Böhmke. Der Pannfisch wird von Heike Hollings Familie gern gegessen und ist in einer halben Stunde schnell zubereitet (Rezept siehe rechts unten). Die Frau aus Osterstedt ist seit Januar Vorsitzende der Todenbütteler Landfrauen.

„Ostern ist das größte christliche Fest, noch größer als Weihnachten“, sagt Manfred Beuke, Pfarrer der katholischen Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Der Kreuztod und die spätere Auferstehung Jesus Christus sind Ausgangspunkt der Feierlichkeiten zu Ostern. Diese starten am Gründonnerstag. Dann beginnt die Messe vom letzten Abendmahl, ehe am Karfreitag an die Leiden und das Sterben Jesus am Kreuz erinnert wird. „Es wird dann die Passion – die Leidensgeschichte – verlesen“, sagt der 74-Jährige. Außerdem schweigen von Gründonnerstag bis zur Auferstehungsfeier die Glocken der Kirchen.

Die große Osternachtsfeier beginnt am Abend des Karsonnabends mit dem Osterfeuer. Dort entzünden die evangelische und katholische Kirche gemeinsam die Osterkerze. „Diese Kerze steht für das Licht, die Auferstehung, die Überwindung des Todes und für das neue Leben“, erklärt Manfred Beuke. Am Ostersonntag wird dann das Fest der Auferstehung des Herrn in einer großen Ostermesse gefeiert. In dieser Messe ist es üblich, Kinder mit dem Taufwasser zu weihen. Das Osterwasser, so glaubt man, habe besondere Heilkräfte. Pfarrer Manfred Beuke ist es aus geistlicher Sicht wichtig, dass das Osterfest im ganzen Zusammenhang gesehen wird. „Ich würde mir wünschen, dass die Gläubigen an allen drei Tagen in die Kirche kommen“.  

 

 

 

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