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Handball-Oberliga : Aus nach 13 Jahren: Schülp/Westerrönfeld/RD trennt sich von Gunnar Kociok

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Verein will einen klaren Schnitt und mit einem neuen Trainer in die Schleswig-Holstein-Liga starten.

Derzeit dröhnt ein Donnerschlag nach dem nächsten durch die Rendsburger Handballszene. Alt Duvenstedt ist abgestiegen! Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg ist abgestiegen! Hohn/Elsdorf ist kurz davor! Gestern platzte die nächste Bombe: Die HSG Schülp/Westerrönfeld/RD hat Gunnar Kociok und seinem Co-Trainer Detlef Horst mitgeteilt, dass sie in der nächsten Saison nicht mehr mit ihnen plant.

Kociok war seit 13 Jahren im Amt und führte die Mannschaft vor zehn Jahren überhaupt erst in die Oberliga, aus der sie nun absteigt. „Ja, es ist richtig, Lutz Bünger hat mich am Montag informiert, dass unsere Zusammenarbeit zum Saisonende vorbei ist“, bestätigte Kociok gestern auf Nachfrage der Landeszeitung. Die Gründe dafür sind erstaunlich einfach, wie HSG-Leiter Bünger bestätigte: „Wir haben keinen Erfolg gehabt und sind abgestiegen, obwohl wir uns vom Spielerpotenzial deutlich mehr erhofft hatten. Am Ende ist der Trainer dann das schwächste Glied. Wären wir in der Liga geblieben, hätten wir verlängert.“ Das sei bereits bei den ersten Gesprächen im Januar so vereinbart worden. Damals, nach einer kurzen Erfolgsserie, hatte man sich bereits zusammengesetzt. „Da gab es keine Gegenstimmen aus der Mannschaft und man sagte Detlef Horst und mir, dass man mit uns weiterhin plant“, erinnert sich Kociok. Kurz darauf fiel er wochenlang aus und konnte nur sehr sporadisch eingreifen. Eine schwere Rücken-OP mit anschließender stationärer Reha setzte den Trainer völlig außer Gefecht. Am Ende dieser Zeit steht nun sein Rauswurf bei der HSG. „Die Entwicklung liegt in einem Zeitraum, in dem ich nicht da war. Über die Umstände, wie das alles nun abgelaufen ist, kann man sicherlich fachsimpeln“, stellt Kociok fest. Bünger sagt: „Es war für mich völlig klar, dass er beim Klassenerhalt weitermachen würde, nur jetzt mussten wir uns Gedanken über die Zukunft machen. Wir wollen einen klaren Schnitt und mit einem frischen Trainer einen Neuanfang wagen. Gunnar wird vermutlich noch ein halbes Jahr ausfallen, was auch die Spielersuche erschwert hätte. Nichtsdestotrotz hat mir das Gespräch sehr wehgetan, denn Gunnar und ich sind Freunde. An seiner menschlichen und fachlichen Kompetenz haben wir überhaupt nichts auszusetzen. Er hat großen Anteil am Erfolg der letzten Jahre und hat uns mit seinem Einsatz und Wissen mehrfach zum Klassenerhalt verholfen. Wir sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden und wir trennen uns im Guten“, so Bünger. Offenbar seien in der letzten Zeit auch immer mehr Stimmen aus der Mannschaft zu hören gewesen, die sich gegen Kociok ausgesprochen hätten. „Das waren vor allem jüngere Spieler mit geringen Einsatzzeiten. Beeinflusst hat uns das aber nicht, letztlich entscheiden wir, wer Trainer ist“, stellt Bünger fest.

An sich, so berichtet Kociok, sei der Abschied für ihn bereits nach der letzten Saison eine Option gewesen, aufgrund der vielen neuen Spieler habe er aber weitergemacht. „Leider hat sich das dann nicht so entwickelt, wie ich das erhofft habe. Nach meinem Ausfall habe ich mich tatsächlich auch schon gefragt, ob es im nächsten Jahr weitergehen soll“, erzählt der Trainer, der jetzt „erst einmal richtig gesund werden will.“

Indes steht Lutz Bünger bereits in Verhandlung mit neuen Trainerkandidaten. Wenn es gut läuft, wird die HSG schon in der kommenden Woche Kocioks Nachfolger präsentieren.

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