zur Navigation springen

Jahrmarkt IN HANERAU–HADEMARSCHEN : Aus Höxter jedes Jahr „Homarscher Markt“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der „Homarscher Markt“ hat eine lange Tradition. Einheimische, Ex-Hademarscher und zahlreiche Aussteller haben den Termin fest eingeplant.

von
erstellt am 24.Okt.2017 | 11:03 Uhr

Die Treue der Bevölkerung zu einer jahrhundertealten Tradition ist das Erfolgsgeheimnis des „Homarscher Markts“. Wenn man das 375-jährige Jubiläum zugrunde legt, das 2006 gefeiert wurde, hat der Rummel im Zentrum von Hanerau-Hademarschen nun schon 386 Jahre auf dem Buckel. „Die 400 Jahre wollen wir auf jeden Fall vollmachen“, betonte der 1. Vorsitzende des örtlichen Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe, Carsten Holst.

„Hier in Hanerau-Hademarschen wird der Jahrmarkt von der Bevölkerung als das begriffen, was er ist: eine Tradition, die man ganz selbstverständlich pflegt“, bemerkte Thomas Horlbeck aus Neumünster, der am Wochenende seinen „Western-Saloon“ in der Kaiserstraße aufgebaut hatte. Die Schaustellerfamilie hat einen gehörigen Beitrag zur Kontinuität der Hademarscher Rummelplatz-Tradition geleistet. „Mein Urgroßvater war wahrscheinlich schon vor dem Zweiten Weltkrieg hier zu Gast“, erzählte Horlbeck, „mein Uropa hatte eine ‚Raketenfahrt zum Mond‘ und einen Kettenflieger, meine Eltern waren hier mit Flipper-Automaten, und heute betreiben meine Kinder einen Saloon und eine Wurstbude.“

Ein bemerkenswertes Beispiel für Horlbecks Feststellung, dass auch viele „ehemalige Bewohner des Orts die Jahrmarktstradition pflegen“, ist der gebürtige Hademarscher Dieter Pomarius, der nun schon seit Jahrzehnten immer am vorletzten Oktoberwochenende die 350-Kilometer-Anreise aus Höxter in Nordrhein-Westfalen auf sich nimmt, um beim Jahrmarkt in seiner alten Heimat dabei zu sein. „Ich hab Hanerau-Hademarschen 1968 verlassen, bin dann erst nach Berlin und anschließend weiter nach Höxter gezogen – aber ich hab noch keinen Jahrmarkt verpasst“, erklärte der 75-jährige Pomarius.

Seit 50 Jahren hat die Eisbude der Familie Hagelstein aus Albersdorf einen Stammplatz beim „Homarscher Markt“. „Die Leute essen zu jeder Jahreszeit Eis“, stellte Gert Hagelstein fest. Das Gastspiel in Hanerau-Hademarschen markiere für seinen Betrieb das Ende der Eis-Saison, erklärte der Albersdorfer. Für ihn sei er ebenfalls der Abschluss der Sommersaison, sagte Sven Schneede, der schräg gegenüber vom Eisstand eine seiner Wurstbuden aufgestellt hatte. Der Hohenwestedter ist mit seinen Currywurst-und-Pommes-Buden vor allem auf Firmenveranstaltungen und Messen in Schleswig-Holstein sowie zweimal pro Monat auf dem „St. Pauli Nachtmarkt“ in Hamburg vertreten. „Das Schöne am Hademarscher Jahrmarkt ist, dass man hier so viele Bekannte trifft“, meinte Schneede, während sein Töchterchen Greta (zwei Jahre) im Kinderkarussell ihre Runden drehte. Das steuerten auch Nele (fünf Jahre) und Inka (sieben Jahre) Rathmann zielsicher an. Spendiert bekamen die Geschwister aus Lütjenwestedt die Fahrten von ihren Großeltern. „Heute ist der Tag, an dem die beiden mit Oma und Opa auf dem Jahrmarkt unterwegs sind“, berichtete der Ehrenvorsitzende der Sängergruppe „An der Westbahn“, Claus Rathmann, „morgen werden sie dann von ihren Eltern begleitet“.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen