Bahnhof Rendsburg : Aus für bewachten Fahrradstand: Stadt sucht nach Ersatz

Tor verschlossen: Grünen-Fraktionschef Klaus Schaffner am Eingang des bewachten Fahrradstandes.
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Tor verschlossen: Grünen-Fraktionschef Klaus Schaffner am Eingang des bewachten Fahrradstandes.

Die Grünen fordern eine „ganz schnelle Übergangslösung“. Kämmerer Herwig Schröder erfuhr von Schließung aus der Landeszeitung.

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03. Januar 2015, 06:00 Uhr

Das plötzliche Aus des bewachten Fahrradstandes am Bahnhof hat ein Nachspiel. Auf die Schließung der Service-Einrichtung für Urlauber und Pendler zum 31. Dezember reagiert Ratsherr Klaus Schaffner „verärgert“. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende kündigt an, er werde sich in den kommenden Wochen mit Nachdruck für eine Alternative einsetzen. Bereits in den nächsten Tagen werde er im Rathaus Gespräche führen, und in der Sitzung des Senats am 21. Januar werde seine Partei das Thema auf die Tagesordnung heben. „Wir brauchen eine ganz schnelle Übergangslösung“, so Schaffner. „Die Bürger müssen die Möglichkeit haben, ihre Fahrräder am Bahnhof sicher abzustellen und anzuschließen.“ Das von einem hohen Zaun umgebene Gelände müsse zu diesem Zweck schnellstmöglich frei zugänglich gemacht werden.

Bisheriger Betreiber ist die Gesellschaft für Regionale Arbeits-, Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Serviceangebote (Rabs) unter Trägerschaft der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie (NGD). Die Rabs hatte das Ende des bewachten Fahrradstandes kurzfristig und ohne Angaben von Gründen lediglich durch einen Aushang am Eingang bekannt gemacht (wir berichteten). Erst auf LZ-Anfrage vor Weihnachten äußerte sich ein Mitglied der Rabs-Geschäftsführung. Das Jobcenter weise im neuen Jahr keine Langzeitarbeitslosen mehr zu, damit werde dem Projekt die personelle und finanzielle Grundlage entzogen, so die Begründung.

Im Jobcenter hingegen zeigte man sich weiter gesprächsbereit. „An uns soll es keinesfalls liegen“, sagte ein Bereichsleiter. Wenn ein Interesse an der Fortführung des Fahrradstandes bestehe, „muss man uns das auch mitteilen“. Verwunderung löste der Rückzug der Rabs auch im Rathaus aus. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass der Stand weiter betrieben wird“, sagte Kämmerer Herwig Schröder gestern. Offiziell liege der Stadt noch keine Mitteilung der NGD vor, von der Schließung habe man aus der Landeszeitung erfahren. „Wir wollen auf jeden Fall versuchen, dass das Projekt am Leben bleibt.“ Immerhin seien für den Fahrradstand bereits Mittel in den Haushalt 2015 eingestellt worden (12  700 Euro). Jetzt müsse es darum gehen, einen anderen Betreiber zu finden, so der Schatzmeister.

Dieses Ziel verfolgt auch Klaus Schaffner. Er habe das Thema im vergangenen Jahr mehrfach im Senat angesprochen. „Dass das Projekt auf der Kippe steht, wussten wir schon seit einem Jahr.“ Die jetzt erfolgte Schließung wenige Tage vor dem Start der neuen Regionalbahnlinie zwischen Rendsburg und Kiel sei äußerst kontraproduktiv für das Image der Stadt. „Sie hätte rechtzeitig bekannt gegeben werden müssen.“

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