Grundschule Obereider/Nobiskrug : Aus einer Schule werden zwei

Der Schulstandort Nobiskrug in der Nobiskrüger Allee 116 bis 118.
1 von 2
Der Schulstandort Nobiskrug in der Nobiskrüger Allee 116 bis 118.

Standorte Obereider und Nobiskrug sollen zu selbstständigen Einrichtungen werden. Der Bildungsausschuss befürwortet Pläne der Stadt.

Avatar_shz von
11. Juni 2015, 17:00 Uhr

Aus einer Bildungsstätte sollen zwei werden: Die Stadt plant, die Grundschule Obereider/Nobiskrug wieder zu zwei selbstständigen Einrichtungen zu machen. Denn der Standort Nobiskrug im Stadtteil Parksiedlung benötigt eine eigene Schulleitung, um sich besser in das dortige Familienzentrum einbringen zu können. Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport segnete diesen Vorschlag gestern Abend ab.

„Wir halten solche Familienzentren mit ihrem Beratungs- und Betreuungsangebot besonders für sozial schwächere Familien für sehr wichtig“, sagte Herbert Schauer, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, vor der Sitzung gegenüber der Landeszeitung. Deshalb sei es umso wichtiger, dass man die Entwicklung des Familienzentrums in der Nobiskrüger Allee, zu dem auch eine Kita und eine Nachmittagsbetreuung gehört, voran bringe. Mit einer eigenen Schulleitung werde seiner Ansicht nach genau das ermöglicht. Jana Jeß, die jetzige Schulleiterin, befürwortet die Pläne der Stadt. Seit sechs Jahren leitet die Lehrerin beide Standorte gleichzeitig. „Eine große Herausforderung“, wie sie im Gespräch deutlich machte. „Mir geht es aber keineswegs um eine Arbeitserleichterung. Doch wenn man das Familienzentrum weiterentwickeln will, braucht man eine Schulleitung, die den ganzen Tag vor Ort ist“, sagte sie. Der regelmäßige Austausch mit den Eltern sei wichtig, schließlich sollen sie das Angebot für zum Beispiel alleinerziehende oder junge Eltern wahrnehmen.

Die Befürchtung einiger, dass die Schülerzahlen sinken und sich somit zwei eigenständige Standorte nicht lohnen, teilt man im Rathaus nicht. Nach Auskunft der Schulaufsichtsbehörde sind die formalen Voraussetzungen für die Selbstständigkeit beider Schulen gegeben. Die Mindestschülerzahl von 80 wird am Standort Nobiskrug mit mehr als 100 Kindern übertroffen, in der Pastor-Schröder-Straße sind es rund 150 Schüler. Auch die Prognose für die Zukunft unterstützt die Pläne. Danach sind in den nächsten fünf Jahren verlässlich für Nobiskrug eine Klasse pro Jahrgang und für den Standort Obereider zwei Klassen pro Jahrgang zu erwarten.

Wenn die Ratsversammlung im Oktober zustimmt, muss das Kultusministerium entscheiden. Dann kann eine neue Leitung gesucht werden. 2013 wurde der Vorschlag von zwei eigenständigen Standorten schon einmal in den Gremien besprochen – und abgelehnt. Das Familienzentrum war zu dieser Zeit noch nicht unter dem Dach der Schule angesiedelt. Seit 2008 gibt es in der Nobiskrüger Allee keine Hauptschüler mehr, woraufhin die Schule an den Schulort Obereider angegliedert wurde.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen