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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 06:11 Uhr

Aus dem Stadtteil für den Stadtteil

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Bürgerarbeiter haben aus Freudenberg-Parzellen eine ansehnliche Anlage gemacht / Erzeugnisse gehen an Mastbrooker Einrichtungen

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Rendsburg | Miriam Meier, Marcel Engellenner und Heike Weidauer sind sich einig: "Es macht Spaß. Man sieht, was man getan hat". Was sie geschafft haben, können die Rendsburger auf einem grünen Fleckchen Erde bewundern. Die drei gehören zu den zehn aus dem Stadtteil stammenden Bürgerarbeitern, die den Stadtgarten Mastbrook auf Vordermann gebracht haben und ihn weiter in Schuss halten. Doch ein Ende ist zu befürchten. Wie von Anfang an geplant, läuft die Förderung der im Frühjahr 2011 begonnenen Maßnahme Bürgerarbeit im Rahmen der Städtebauförderung zum Jahresende nach 32 Monaten aus. Jetzt suchen die Beteiligten nach einer Anschlusslösung.

"Ein vorbildliches Projekt, das es verdient, fortgeführt oder durch ein ähnliches ersetzt zu werden", lobte Bürgermeister Pierre Gilgenast bei einem Ortstermin Arbeit aus dem Stadtteil für den Stadtteil, die von der Beschäftigungsgesellschaft Rabs als Trägerin betreut wird. Deren Geschäftsführer Stephan Plath betonte die Selbstverantwortung und Verlässlichkeit, mit der die Männer und Frauen zu Werke gehen. Kooperationspartner ist neben dem Jobcenter auch die BIG-Heimbau mit ihrem Büro in der Ostlandstraße.

Projektleiterin Mechthild Müller-Boyens erinnerte daran, dass das blühende Leben aus zwei zusammen 1200 Quadratmeter großen brachliegenden Parzellen der Kolonie Freudenberg entstanden ist, die von Rabs gepachtet wurden. Ebenso beackert werden drei 1500 Quadratmeter große Flächen in der benachbarten Anlage Neu Seekenbek. Neben Blumenrabatten beeindruckt ein Hügelbeet mit Kohl. Geschaffen haben die Bürgerarbeiter unter Anleiter Michael Zech auch eine Sandkiste, einen Flechtzaun, die Grillstelle und einen Lehmofen, in dem Pizza gebacken werden kann.

Mit dem Gemüse und Obst Marke Eigenanbau beliefern die Bürgerarbeiter die Schule Mastbrook und die beiden Kindertagesstätten im Stadtteil. Was übrig bleibt, wird der Ausgabestelle der Rendsburger Tafel überlassen. Die Jungen und Mädchen aus der Villa Kunterbunt und von der "Rasselbande" kommen auch gelegentlich zu Pflanzaktionen in "ihrem" Garten vorbei. Auch Nachbarschaftshilfe wird großgeschrieben. So gibt es schon einmal Anfragen von Schrebergärtnern aus der Umgebung, ob mit dem Ausleihen eines Rasenmähers oder mit Arbeitskraft geholfen werden kann. Und Heike Weidauer, die früher mit Gärtnern überhaupt nichts am Hut hatte, gefällt das Arbeiten an der frischen Luft so gut, dass sie inzwischen selbst eine Parzelle pachtete.

128 der insgesamt 150 Rendsburger Bürgerarbeiter werden bei der Initiative für Langzeitarbeitslose von Rabs betreut. Dazu gehören auch die Mitarbeiter der "Spielzeugaufbereitung und Freizeithilfe". Die bei der Volkshochschule tätigen 15 Kräfte waren in dieser Woche in der Kinderstadt Jerry Town eingesetzt. Für 20 oder 30 Wochenstunden in jeweils 18 Monaten werden die Bürgerarbeiter mit bis zu 1007 Euro brutto entlohnt. Angesichts des bevorstehenden Endes sollen nun neue Fördertöpfe aufgetan werden.

Doch erst einmal wird gefeiert: Die Öffentlichkeit ist für Freitag, den 9. August, ab 14 Uhr zum Sommerfest in die Anlage Freudenberg an der Breslauer Straße eingeladen.

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