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Landeszeitung

17. Oktober 2017 | 13:38 Uhr

Bredenbek : Aus Bredenbek in die weite Welt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ex-Bürgermeister Hans-Werner Hamann sucht anlässlich der 750-Jahr-Feier der Gemeinde Nachfahren der Familie Tank.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Das Segelschiff „Johanna Elise“ brachte sie einst von Hamburg nach New York, rund fünfeinhalb Wochen dauerte die Überfahrt: Am 23. Juni 1852 erreichte das Ehepaar Tank aus Bredenbek die Vereinigten Staaten von Amerika. Im Zuge der Planungen für die 750-Jahr-Feier der Gemeinde Bredenbek im August dieses Jahres machte der ehemalige Bürgermeister Hans-Werner Hamann die Nachfahren der Auswanderer in den USA ausfindig – und sucht nun nach weiteren Mitgliedern der Tank-Familie, um diese mit ihren Verwandten auf dem Dorffest zusammenzuführen.

Anfang Mai 1852 hatte sich Hinrich Friedrich Tank im Alter von 44 Jahren mit seiner zweiten Frau Catharina Elisabeth Jasper (39) und seinem zwölf Jahre jüngeren Bruder Wilhelm Eduard Christian auf den Weg in die weite Welt gemacht. Über die genauen Beweggründe lässt sich heute nur noch spekulieren. Im Schlepptau befanden sich damals neben fünf weiteren Kindern auch der gerade einmal ein Jahr alte Ernst Christian Tank sowie dessen vierjährige Zwillingsbrüder Nicolaus Georg und Heinrich Johann Tank.

Vor etwa zwei Jahren machte sich Hans-Werner Hamann auf die Suche nach ausgewanderten Bredenbekern und deren Nachkommen. Bei den Tanks wurde er fündig. Lauren Tank lebt in Portland (Oregon) und ist eine Urenkelin von Heinrich Johann, Deane Tank aus Chicago (Michigan) eine Urenkelin seines Zwillingsbruders. „Mit den beiden hatte ich Mitte vergangenen Jahres dann telefonischen Kontakt, im August kamen sie dann zu Besuch nach Bredenbek“, berichtet Hamann. Gemeinsam unternahm man einen Abstecher zum Gut Georgenthal im Nachbarort Bovenau. „Dort lebten die Brüder Hinrich Friedrich und Wilhelm Eduard Christian Tank“, erklärt Hamann, der den Besuchern aus den USA allerdings jede Vision nehmen musste: „Das Herrenhaus dürften die Tanks kaum von innen gesehen haben, denn sie waren lediglich Landarbeiter in den Diensten des Gutsherren Georg Hirschfeld.“

Im Jahr 1864, fand Hamann heraus, gab es die letzte Volkszählung in Bredenbek unter dänischer Verwaltung. Von damals 484 Einwohnern trugen 93 den Nachnamen Tank, allerdings in verschiedenen Schreibweisen, obwohl sie zur selben Familie gehörten. Heute lebt kein einziger Tank mehr in Bredenbek. „Ich vermute aber, dass es einige Nachfahren im Großraum Rendsburg oder zumindest in Norddeutschland geben muss“, sagt Hamann beim Blick auf eine Deutschland-Karte, die die absolute Verteilung des Namens Tank abbildet. Am häufigsten findet er sich in Schleswig-Holstein. Zu Beginn seiner Nachforschungen schnappte sich Hamann ein Telefonbuch und wählte einfach die Nummern der 25 darin enthaltenen Tanks. Nur zwei von ihnen hatten weit genug in die Vergangenheit reichende Stammbäume parat, gehörten aber nicht zu den gesuchten Tanks. „Es geht mir um die Tanks, die von den Bredenbekern abstammen“, betont Hamann. Den Stammbaum hat er bis zu Hinrich Tank (gestorben vor 1792) und dessen Frau Catharina (1720-1792) aufstellen können. Aus der Ehe ging ein Sohn – Friedrich Tank (1746-1811) – hervor. Der wiederum war in zweiter Ehe mit Elisabeth Margaretha Tank verheiratet, die zufällig denselben Nachnamen trug. Aus dieser Ehe stammen die Kinder, auf die sowohl die Nachfahren der in die USA ausgewanderten Tanks als auch diejenigen, nach denen Hamann noch sucht, zurückgehen.

Auch an seinem eigenen Stammbaum arbeitete Hamann sich in der Vergangenheit bereits ab. „Ahnenforschung bedeutet viel Tüftelei, macht mir aber deutlich mehr Spaß als jedes Kreuzworträtsel. Die Geschichte der kleinen Familien wird dabei lebendig“, sagt der gebürtige Kieler, der von 1994 bis 2009 Bürgermeister Bredenbeks sowie mitverantwortlich für die Erstellung der Gemeinde-Chronik war. 66 zum Großteil in die USA ausgewanderte Bredenbeker konnte er bislang in einer Datei zusammentragen. Und nicht nur das: „Über den 1870 in Kronsburg-Glinde geborenen Schmied August Friedrich Nicolaus Prinz, der sich später in Omaha, Nebraska, niederließ, konnte ich sogar eine Querverbindung zu meinem eigenen Stammbaum herstellen.“

Wer zu der gesuchten Familie Tank (siehe auch Info-Kasten) gehört oder Informationen hat, der kann sich an Hans-Werner Hamann wenden, der unter Telefon 04334/188777 oder per E-Mail (ha-wehamann@t-online.de) zu erreichen ist.

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