Flohmarkt : Aus Alt mach’ Geld

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Bei den AWR-Flohmärkten wird „Müll“ für einen guten Zweck verkauft – das nächste Mal am kommenden Sonntag.

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27. Juni 2018, 11:15 Uhr

„Ressourcen sparen, Dinge lange nutzen.“ Unter diesem Motto veranstaltet die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) seit 2012 Flohmärkte. Abfallvermeidung, Schnäppchen für Käufer und finanzielle Unterstützung für einen guten Zweck: All dies umschreibt den AWR-Flohmarkt. Am Sonntag, 1. Juli, kann man wieder von 9 Uhr bis 13 Uhr auf der ehemaligen Deponie in Alt-Duvenstedt auf die Suche nach Fahrrädern, Elektroartikeln, Haushaltswaren, Möbeln oder Büchern gehen. Der Erlös kommt dem Green Screen Förderverein des Naturfilmfestivals sowie dem Verein „Wilde Bildung“ zugute. Helfer der beiden Vereine führen den Flohmarkt durch.

„Die Gäste sind herzlich zum Stöbern eingeladen, vielleicht gefällt ihnen ja ein Schränkchen oder eine Puppe“, sagt Christine Schulte, zuständig für die AWR-Flohmärkte. Anfangs wurden die Flohmärkte in Eigenregie auf dem Gelände in Borgstedtfelde organisiert. Man verkaufte Gegenstände, die auf den Recyclinghöfen als noch verwertbar gesammelt wurden. Der Erlös wurde an gemeinnützige Organisationen gespendet. „Das war alles noch überschaubar. Es kamen etwa 1500 bis 2000 Euro pro Flohmarkt zusammen“, berichtet der AWR-Geschäfstführer Ralph Hohenschurz-Schmidt.

Im März 2015 fand dann der erste Flohmarkt auf der Deponie in Alt Duvenstedt statt, wo die AWR Lagerhallen hat. „Es war sofort ein großer Erfolg. Hunderte von Besuchern kamen und sorgten für 3500 Euro für den Verein „Wilde Bildung“ aus Rendsburg“, freut sich Hohenschurz-Schmidt über das riesige Interesse. Das steigerte sich noch. Bei acht Flohmärkten im Jahr 2015 kamen 29  000 Euro zusammen. 2016 wurden 50  000 Euro eingenommen, im vergangenen Jahr sogar 71  000 Euro. Der höchste Einzelerlös eines Flohmarktes betrug 9175 Euro. Vereine und Organisatoren, die sich mit einem Projekt zu den Themen Bildung oder Umwelt bei der AWR bewerben, können einen Flohmarkt ausrichten. Da inzwischen 40 Helfer für den Verkauf benötigt werden, richten manchmal zwei oder drei Vereine gemeinsam einen Flohmarkt aus und teilen sich den Erlös.

Der Verein „Plietsch und Stark“ hat bereits im vergangenen Jahr von einem Flohmarkt profitiert. „Zusätzlicher Musikunterricht an der Schule Altstadt in Rendsburg und Aktionen zur gesunden Ernährung für Schulanfänger, der Bio-Brotbox“, nennt der 1. Vorsitzende Marco Neumann als Betätigungsfelder, die mit dem Flohmarkt-Erlös von 6500 Euro möglich gemacht wurden. Auch in diesem Jahr richtet „Plietsch und Stark“ wieder einen Flohmarkt aus. Am 23. September engagieren sich die Mitglieder zusammen mit dem Förderverein der Schule Neuwerk auf dem Deponiegelände.

Damit die Auswahl immer vielfältig ist, achten die Mitarbeiter auf den zehn Recyclinghöfen im Kreis Rendsburg-Eckernförde genau darauf, was dort angeliefert wird. Dinge, die noch verwertbar sind, werden gesondert gesammelt und auf den Flohmärkten angeboten. „Eventuelle Gebühren müssen trotzdem gezahlt werden, weil wir ja nicht absehen können, ob wir die Teile verkauft bekommen“, erklärt die Mitarbeiterin Lilli Schulz vom Recyclinghof Rendsburg-West in der St.-Peter-Ording-Straße.

In der Lagerhalle auf der Deponie in Alt Duvenstedt hat die AWR im vergangenen Jahr eine Flohmarkt-Werkstatt eingerichtet. „Vorbereitung zur Wiederverwendung“, nennt Ralph Hohenschurz-Schmidt die Idee dahinter. In der Werkstatt werden zum Beispiel Fahrräder oder Möbelstücke repariert, um sie dann auf dem Flohmarkt zu höheren Preisen verkaufen zu können. Aber auch wer Gegenstände hat, die von Handwerksbetrieben nicht mehr repariert werden, kann in der Werkstatt unter fachkundiger Anleitung selbst Hand anlegen. „Hilfe zur Selbsthilfe“, überschreibt Christine Schulte das Angebot.

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