"Aukruger Weg" aus vielen Inseln gewachsen

Positive Drei-Jahres-Bilanz: Naturschutzring-Chefin Petra Harms und Geschäftsführer Niklas Ullrich auf einer Stoppelbrache-Fläche in Bünzerfeld.
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Positive Drei-Jahres-Bilanz: Naturschutzring-Chefin Petra Harms und Geschäftsführer Niklas Ullrich auf einer Stoppelbrache-Fläche in Bünzerfeld.

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08. September 2010, 06:05 Uhr

AUKRUG | Im Herbst 2007 legte der Naturschutzring Aukrug einen Katalog mit 39 förderfähigen Naturschutzmaßnahmen vor. Unter dem Motto "Für Mensch, Natur und Landschaft" stellt dieser von Land und EU finanzierte Artenschutzkatalog seitdem einen wesentlichen Eckpfeiler des "Aukruger Weges" dar: freiwillig möglichst viele Interessen bündeln zum Erhalt der landschaftlichen Besonderheiten im Naturpark Aukrug. Beim Naturschutzring Aukrug zieht man eine rundum positive Bilanz und hofft auf eine Fortführung des Pilotprojekts, dessen Förderung durch das Land Schleswig-Holstein Ende 2010 ausläuft.

"Die Resonanz auf unseren Katalog war sehr gut und insgesamt viel besser, als wir das gedacht hätten", stellt Naturschutzring-Geschäftsführer Niklas Ullrich fest, "wir haben auf diese Weise viele Landeigentümer kennen gelernt und dadurch unseren Bekanntheitsgrad noch weiter steigern können." Die 39 förderfähigen Projekte des freiwilligen Vertragsnaturschutzes richteten sich nicht nur an die Land- und Forstwirte von 20 Naturpark-Gemeinden, sondern an alle umweltbewussten Bürger. Denn nicht nur flächenbezogene Fördermöglichkeiten sind im Katalog aufgezeigt, sondern auch Maßnahmen wie der Schutz von Altbäumen oder die Anbringung von Fledermauskästen.

Der Artenschutzkatalog sei eine konsequente Fortführung des "Aukruger Wegs", erläutert Ullrich. Das Wesentliche daran sei ja, dass sich "möglichst viele Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen auf freiwilliger Basis zu Schutzmaßnahmen bereit erklären, um dadurch den Naturschutz in der Region voranzubringen." Durch die Katalogprojekte sollten viele neue Lebensräume als "Inseln" zwischen den Flächen der Naturschutz-Stiftungen entstehen. "Unser Ziel ist es, durch viele kleine Maßnahmen die Naturlandschaft als Ganzes aufzuwerten", erklärt Ullrich. Das Konzept wurde im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume für so zukunftsträchtig erachtet, dass man den Aukruger Artenschutzkatalog in den Rang eines Pilotprojektes erhob und die Fördermittel bereitstellte. "Man erhofft sich durch dies Projekt eine Antwort auf die Frage: Ist dies ein gangbarer Weg, um den Artenschutz außerhalb von Schutzgebieten nennenswert voranzubringen?", sagt Ullrich. Deren positive Beantwortung steht für den Geschäftsführer des Naturschutzrings Aukrug fest. Ende 2010 läuft die finanzielle Förderung durch Land und EU aus, und Ullrich ist gerade dabei, eine Bilanz zu erstellen.

"Die winterliche Stoppelbrache, bei der Getreidefelder nach der Ernte unbearbeitet liegen bleiben, so dass neue Nahrungsangebote für Zugvögel, Mäuse und Greifvögel entstehen, wurde zum Beispiel sehr gut angenommen", freut sich Ullrich, "fast jeder Landwirt, dem das in die Fruchtfolge passte, hat da mitgemacht - und trotz des vermehrten Maisanbaus konnten wir auch in diesem Jahr wieder Verträge für insgesamt 150 Hektar Stoppelbrache schließen."

Das Angebot, Bäume und Material für die Anlage von Obstwiesen gestellt zu bekommen, stieß ebenfalls auf sehr positive Resonanz. "Das hätte ich gar nicht gedacht, dass sich die Leute zu so einer Maßnahme, die ja dann mit ziemlich arbeitsaufwendiger Pflege verbunden ist, bereit erklären würden", meint Ullrich, "aber da konnten wir fünf Obstwiesen-Projekte pro Jahr verwirklichen." Die Drei-Jahres-Bilanz des Geschäftsführers kann sich auch sonst durchaus sehen lassen. "Wir haben vier komplett neue Teiche und diverse Knicks angelegt, viele Steinhaufen und Eisvogel-Gelände wurden errichtet, und wir haben sechs Fischteiche angepachtet und aus der Fischzucht-Nutzung genommen, um die Fortpflanzungsbedingungen der dort lebenden Kammmolche zu verbessern", zählt Ullrich auf, "wir haben 50 Fledermauskästen angebracht, und wir haben fünf Schleiereulen- und 20 Waldkauz-Nisthilfen installiert."

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