Nordkolleg : Auftritt nach klangvoller Schulung

Auftritt im „U“ unter der Erde – aber alles andere als unterirdisch: Die Musiklehrer in spe bei ihrem Konzert im Nordkolleg.
Auftritt im „U“ unter der Erde – aber alles andere als unterirdisch: Die Musiklehrer in spe bei ihrem Konzert im Nordkolleg.

40 junge Schleswig-Holsteiner wurden in der Akademie am Gehardshain ausgebildet und dürfen sich ab sofort „Musiktutor“ nennen. Konzerte im „U“.

shz.de von
30. Mai 2018, 09:45 Uhr

Rendsburg | Ausgebildete Musiklehrer sind Mangelware. In den vergangenen Jahren konnten nicht einmal alle dafür vorgesehenen Studienplätze in Lübeck besetzt werden. Ein am Nordkolleg verankertes und von mehreren Partnern getragenes Projekt soll helfen, diesem Trend entgegenzuwirken. 40 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein dürfen sich seit Kurzem „Musiktutor“ beziehungsweise „Musiktutorin“ nennen. Zum Abschluss ihrer Ausbildung in der Akademie am Gerhardshain gaben sie zwei Konzerte.

An vier Wochenenden zuvor hatten sich die musikbegeisterten Talente aus dem ganzen Land in Rendsburg getroffen, um gemeinsam zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Die Musikpädagogik stand im Mittelpunkt. Hintergrund der von der Musikhochschule Lübeck, dem Landesmusikrat und dem Nordkolleg initiierten Kurse ist es, Jugendliche als Unterstützung für den Musikunterricht an ihren Schulen auszubilden sowie Studenten für das Musiklehrerfach zu gewinnen. Ensembleleitung, Bandcoaching sowie Ton- und Beschallungstechnik waren die Schwerpunkte. Gefördert und angestoßen wurde die klangvolle Schulung von der Nordmetall-Stiftung (wir berichteten), dem Ministerium für Kultur sowie der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein.

Das Nordkolleg bot mit seinen Unterrichtsräumen ideale Voraussetzungen. Nicht nur für das Musizieren und Singen, sondern auch für Beschallung und Aufnahmen. Entsprechend aufwändig, mit zahlreichen Mikrofonen und Instrumenten ausgestattet, präsentierte sich der unterirdische Probenraum „U“ bei den Auftritten der frischgebackenen Musiktutoren. Alles andere als unterirdisch waren die Darbietungen der Teilnehmer. Sie zelebrierten A-cappella-Stücke, solistische Einlagen und ausgereifte Eigenkompositionen wie das vielfältig variierte „Amazing Grace“, das Pascal aus Ahrensburg gekonnt zu einer großen Suite erweitert hatte. Das Programm des kommenden Musiklehrer-Nachwuchses bot keine verbrauchten Klassiker, sondern feine, unterhaltende Musik im besten Sinne mit bekannten Songs wie „I see fire“ und „Sound of Silence“. Es waren auch Titel aus dem Jazz-Swing-Bereich bis hin zur Filmmusik („Game of Thrones“) vertreten.

Das Projekt soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Bis morgen sind noch Bewerbungen möglich. Mehr dazu im Internet: www. musiktutoren-sh.de.

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