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Gelbe Blütenpracht : Auftakt der Raps-„Festspiele“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Je wärmer es wird, umso stärker entfaltet der Raps seine Pracht – die Temperaturen der vergangenen Tage brachten den Durchbruch.

von
erstellt am 09.Mai.2017 | 11:13 Uhr

Die Natur greift momentan tief in den Tuschkasten: Blauer Himmel, gelbe Felder, grüne Bäume. Nähern sich die Temperaturen der Zwanzig-Grad-Marke, riecht es auch nach Frühling: der Raps blüht. „Jetzt zum Wochenende hatten wir die Vollblüte erreicht“, erklärt Daniela Rixen, Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer. Wann das Gelb seine volle Strahlkraft entfaltet, hängt nicht nur von den Temperaturen zur Blütezeit ab. „Im August wurde gedrillt, da waren die Bestellbedingungen gut“, so Rixen. Allerdings gehe der Trend zu früherblühenden Sorten, erklärt sie.

Die Kühle der vergangenen Wochen hatten die Entwicklung der Blüten gebremst. Doch Daniela Rixen ist optimistisch, dass der Raps durch die Nachtfröste nicht zu stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Die Pflanzen haben ein gutes Kompensationsvermögen.“ Der Rapsanbau ist im Land zwischen den Meeren von wirtschaftlicher Bedeutung (siehe Infokasten rechts). Aber auch touristisch hat er eine Funktion. „Die Rapsblüte lockt Radfahrer, Reiter, Spaziergänger an“, weiß die Pressesprecherin.

Große Flächen leuchten jetzt gelb. Wer im Kreis Rendsburg-Eckernförde unterwegs ist, findet sie unter anderem um Bovenau herum und bei Ostenfeld. Hier hat beispielsweise der Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel Versuchsflächen, ebenso wie die Landwirtschaftskammer. Sherpa, Armstrong oder Arazzo waren einige Sorten, die getestet wurden. Wie muss gedüngt werden, welche Sorten erzielen die besten Erträge – das sind zwei Aspekte, denen nachgegangen wird. Ertragssteigerungen verspricht eine neue Züchtungstechnik, die jetzt ein Forschungsteam der Uni Kiel (Institut für Pflanzenbau und -züchtung) vorgestellt hat. Es hat herausgefunden, wie sich das Rapsgenom verändern und auf nachfolgende Generationen übertragen lässt. Das Team unter Professor Christian Jung konnte Kopien eines Gens ausschalten, das die Platzfestigkeit der Schoten kontrolliert. Nun kann dafür gesorgt werden, „dass Schoten nicht schon vor oder während der Ernte platzen, was erhebliche Ertragssteigerungen erlauben könnte“.

Denn: „Raps ist nach der Sojabohne die zweitwichtigste Ölpflanze der Welt und die einzige Ölpflanze von Bedeutung in unseren Breiten“, erklären die Kieler Forscher. Dass Raps wegen des hohen Ölgehalts seiner Samenkörner vielfältig verwendbar ist, wussten bereits die Römer. Als Lebensmittel spielt er bis heute eine Rolle: Rapsöl hat ein mildes Aroma und ist ein Alleskönner, weil es bis 180 Grad hitzebeständig ist. Raffiniertes Rapsöl lässt sich zum Kochen, Braten oder Frittieren einsetzen. Außerdem ist es die Hauptzutat für Margarine und andere pflanzliche Streichfette. Außerdem ist die Pflanze für die landwirtschaftliche Fruchtfolge von Bedeutung (siehe Infokasten).

Bienen fliegen auf die gelben Blüten. Daher dürfen nur bienenverträgliche Pflanzenschutzmittel angewendet werden. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt, diese möglichst nach dem täglichen Bienenflug – also abends – einzusetzen. Damit soll jede Beeinträchtigung der pollensammelnden Insekten ausgeschlossen werden. Über den gelben Feldern werden auch zunehmend moderne Flieger beobachtet. Die Landwirte setzen vermehrt Drohnen ein, um die Bestände aus der Luft in Augenschein zu nehmen, weiß Daniela Rixen. Schäden können auf diese Weise bequem beurteilt werden.

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