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Landeszeitung

20. August 2017 | 10:17 Uhr

Auf Parforceritt folgt Lobeshymne

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ministerpräsident Torsten Albig huldigte Hohenwestedt beim 800-Jahr-Empfang der Gemeinde. Bürgermeister Holger Bütecke gab zuvor einen schnellen historischen Abriss.

Mit einer Lobeshymne auf das „Geburtstagskind“ hat Torsten Albig das Hohenwestedter Jubiläumsjahr offiziell eröffnet. „Von einem mittelalterlichen Flecken hat sich Hohenwestedt zu einer lebendigen und attraktiven Gemeinde des 21. Jahrhunderts entwickelt“, bilanzierte der Ministerpräsident beim Jubiläumsempfang zum 800-jährigen Bestehen der Gemeinde: „Von Hohenwestedt lernen, heißt siegen lernen!“

„Hohenwestedt ist heute auf den Tag genau 800 Jahre alt“, stellte Bürgermeister Holger Bütecke fest, als er zuvor im Sport- und Jugendheim ans Rednerpult trat. Am 15. Februar 1217 hatte Erzbischof Gerhard von Bremen den offiziellen Startschuss für die Ortshistorie gegeben, indem er in einer Urkunde die Kirche in „Weststede“ erwähnte. „Natürlich war die Region schon viel länger besiedelt, wie nicht zuletzt die jüngsten archäologischen Funde in unserem Gewerbegebiet beweisen“, vermerkte Bütecke, „schon vor 3000 Jahren war Hohenwestedt ein Wohn- und Wirtschaftsstandort.“ Die Kreuzung zweier wichtiger Handelswege habe der Gemeinde schon früh zu einem besonderen Status verholfen: „Am Treffpunkt von Lübscher Trade und Ochsenweg entstand ein Ort der Begegnung mitten in Schleswig-Holstein.“ Von seiner zentralen Lage im Land habe der Handelsort in den folgenden Jahrhunderten stets profitiert. „1957 erwachte die Gemeinde aus dem Dornröschenschlaf und der Stagnation der trüben Nachkriegszeit“, zitierte der Bürgermeister aus der Chronik von Felicitas Glade. Ein Gymnasium ab 2008, der Breitband-Ausbau ab 2011, Sitz des Amtes Mittelholstein ab 2012 und die ersten Abiturienten 2016 – Bütecke ließ in seinem Parforceritt durch die Ortsgeschichte auch noch die jüngsten Meilensteine auf dem Weg zu einem „lebenswerten und modernen Zentrum der Daseinsvorsorge“ Revue passieren, ehe er nach knapp 20 Minuten verkündete: „Ich habe fertig!“ Während der Bürgermeister also mit einem Zitat von Giovanni Trapattoni schloss, stand am Ende der Rede von Torsten Albig eine einstige DDR-Parole – mit dem „Geburtstagskind“ anstelle der Sowjetunion: „Von Hohenwestedt lernen, heißt siegen lernen.“

„800 Jahre sind ein außergewöhnlicher Geburtstag; in Schleswig-Holstein haben nur wenige Orte ein vergleichbares Alter vorzuweisen“, sagte der Ministerpräsident, „Hohenwestedt hat allen Grund, stolz zu sein und zu feiern, denn es macht eine Menge richtig – und das schon seit 800 Jahren.“ Die Gemeinde liege „nicht nur in der geografischen Mitte des Landes“, sondern spiegle „sinnbildlich die positive Entwicklung Schleswig-Holsteins wider“, befand Albig und lobte schulische Ausstattung, Wirtschaftskraft, Vereinsvielfalt und insbesondere auch die Breitbandversorgung der Gemeinde: „Da ist Hohenwestedt ganz weit vorn.“ In der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden würden die Hohenwestedter den Leitsatz „gemeinsam sind wir stärker“ beherzigen. Weshalb die weltoffene und handelsfreudige Jubiläumsgemeinde sogar als Vorbild für die Weltpolitik dienen könne, meinte Albig: „Der eine oder andere große Politiker sollte mal den Blick auf Hohenwestedt richten und sich fragen: Hätte die Gemeinde so erfolgreich sein können, wenn sie Mauern um sich herum gebaut hätte?“ Auch in seinem hohen Alter lasse es „keinerlei Alterserscheinungen“ erkennen, bilanzierte Albig: „Die Gemeinde wächst und gedeiht – die nächsten 800 Jahre können kommen.“

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