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Tierfilmer in Aktion : Auf Film-Motivjagd im Privatgarten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Joachim Hinz aus Aukrug arbeitet an neuem Tier-Projekt für den WDR. Bei den Dreharbeiten in Bargfeld sind Igel und Maulwurf die Hauptdarsteller.

Es ist Jagdsaison in Schleswig-Holstein. Doch wenn sich Joachim Hinz auf die Lauer legt, wird nicht scharf geschossen, sondern es entstehen viele bewegte Bilder. Der Aukruger ist Tierfilmer und arbeitet derzeit an seinem neuen Projekt. Es heißt „Geliebt und gehasst – Igel und Maulwurf im Garten“.

Dabei gibt es zwischen Hinz und den Jägern durchaus noch mehr Parallelen: So tarnt auch er sich, um von den Tieren unbemerkt zu bleiben. Statt auf einem Hochsitz versteckt er sich allerdings in einem Tarnzelt. Außerdem braucht auch Hinz viel Geduld, bis er sein Objekt der Begierde vor der Linse hat. „Man muss viel ausprobieren und Frust ertragen als Tierfilmer“, berichtet Hinz, der hauptberuflich Berufsschullehrer in Neumünster ist. „Daran hat sich in den vielen Jahren, die ich für das Fernsehen drehe, nichts geändert.“ Seit 1975 filmt Joachim Hinz, seit 1981 auch für das Fernsehen.

Die Ideen für seine Tierfilme entwickelt er selbst. Dabei ist der Markt hart umkämpft. „Da muss man sich Themen suchen, an die sich andere nicht gern heranwagen, weil sie die Schwierigkeiten kennen.“ So muss sich der 62-Jährige mit dem einen oder anderen Trick behelfen, um die scheuen Protagonisten seines neuen Werkes vor die Kamera zu bekommen. Die Maulwürfe beispielsweise werden in großen Behältern gehalten, an die bis zu zehn Meter lange, mit Erde gefüllte Gänge angeschlossen sind. Dazwischen finden sich wie in der Natur auch die Futterkammern. So kann Hinz die kleinen Säugetiere in einer natürlichen Umgebung bei ihrem normalen Verhalten beobachten. „Die Maulwürfe bekomme ich von einem Maulwurfjäger aus Nordfriesland, der die Genehmigung hat, die Tiere aus den Deichen auszubuddeln, wo man sie nicht haben möchte. Anschließend werden sie woanders wieder ausgesetzt. Und einige bekomme ich für die Filmaufnahmen“, berichtet Hinz. Nach einer Drehzeit von ein bis zwei Wochen entlässt er die kleinen Insektenfresser wieder in die freie Natur.

Die anderen Hauptdarsteller, die Igel, filmt er entweder bei einem Verein, der die stacheligen Vierbeiner pflegt – oder in dem Garten, in dem sich sein Film abspielt. Und der gehört Klaus und Luise Brenning aus Aukrug. „Ich habe per Zeitungsannonce nach einem geeigneten Garten gesucht. Die Brennings haben sich daraufhin gemeldet und alles passte ganz toll zusammen“, freut sich Joachim Hinz. Nicht nur der kurze Fahrtweg innerhalb des Dorfes sei sehr praktisch, sondern auch der Garten an sich ein Glücksgriff. So besuchen auch zwei Eisvögel die etwa 1000 Quadratmeter große Fläche, um sich aus dem kleinen Teich Moderlieschen zu fischen. Sie sind ebenso zu Nebendarstellern des Films geworden wie eine Wasserspitzmaus und kleine Ringelnattern, deren Eier Klaus Brenning zufälligerweise beim Umschichten des Komposthaufens entdeckt hat. „Ich konnte sogar Aufnahmen davon machen, wie die Schlangen geschlüpft sind“, freut sich Joachim Hinz über die glückliche Fügung.

Beide Gastgeber werden in dem Film auch zu sehen sein. „Wir sind offen für alles. Es ist schon spannend zu sehen, welche Ideen Herr Hinz hat, und seine Geduld ist bewundernswert“, sind sich die beiden passionierten Hobbygärtner einig, die nachvollziehen können, dass Maulwurf und Igel von Gartenbesitzern gehasst und geliebt werden. Klaus Brenning geht dem Tierfilmer gelegentlich auch zur Hand und assistiert, wenn seine Hilfe gebraucht wird. „Einige Sequenzen des Filmmaterials haben wir schon gesehen und sind schon sehr gespannt auf das Endergebnis“, sagen die beiden Rentner. Bis dahin dauert es allerdings noch ein wenig: Hinz rechnet damit, dass er das Projekt nach insgesamt drei Jahren Dreharbeiten 2017 abschließen wird.

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erstellt am 29.Sep.2015 | 11:22 Uhr

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