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Landestheater : Auf der Suche nach der Zukunft

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In trockenen Tüchern ist noch nichts – doch drei Kandidaten meldeten sich auf der Aufsichtsratssitzung am Freitag in Rendsburg als mögliche Nachfolger für den Vorsitz des Aufsichtsrats.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 12:52 Uhr

Rendsburg | Diesmal war es kein Drama: Sichtlich entspannt betraten Peter Grisebach und Matthias Domke Freitag am frühen Abend das Foyer der Kammerspiele im Rendsburger Theater. Der Generalintendant und Geschäftsführer des Landestheaters und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende hatten gute Nachrichten dabei.

Zwar wurde nicht wie geplant ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender gewählt. Dafür warfen jedoch  drei Kandidaten ihren Hut in den Ring. Entschieden wird über den Nachfolger vermutlich aber erst auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 20. Juni in Heide. Auch die Strukturdebatte machte erste Fortschritte.

Mit Arthur Christiansen (Schleswig), Pierre Gilgenast (Rendsburg) und Andreas Koeppen (Itzehoe) stehen drei Bürgermeister bereit, um die Nachfolge von Jörn Klimant anzutreten. Der Dithmarscher Landrat war nach der desaströsen Gesellschafterversammlung Ende März von seinem Posten zurückgetreten. Grisebach glaubt indes nicht an eine Wahl im Juni. „Bis dahin wird vermutlich nur noch einer übrig bleiben“, sagte er. Einen persönlichen Favoriten habe er nicht.

Dass die Gesellschafterversammlung ihre Spuren hinterlassen hat, war jedoch auch gestern zu spüren. Sowohl Grisebach als auch Domke betonten ausdrücklich, dass es eine „arbeitsintensive, konstruktive und erfolgreiche Sitzung“ eines handlungsfähigen Aufsichtsrats war. „Das Drehen um sich selbst muss und wird aufhören“, sagte Domke. Zur Wahl eines neuen Vorsitzenden sei es nicht gekommen, um die strategischen und inhaltlichen Diskussionen nicht durch eine Personaldiskussion zu überlagern. Dies sei auch der Wunsch der drei Kandidaten gewesen, so Grisebach.

Eben jene strategische und inhaltliche Diskussion um die Zukunft des Landestheaters stand eigentlich im Mittelpunkt der Sitzung. So wurde ein konkreter Vorschlag für einen Arbeitsauftrag erarbeitet, anhand dessen sich später ein externer Gutachter mit möglichen Perspektiven für das Landestheater befassen soll. Der Vorschlag muss nun noch in der Gesellschafterversammlung, die ebenfalls am 20. Juni stattfindet, endgültig ausformuliert und abgesegnet werden. Erst dann kann der Auftrag ausgeschrieben und ein Gutachter gesucht werden. Der Vorschlag sei „bewusst offen“ formuliert worden, damit dem Gutachter später die nötigen Freiheiten bleiben. Er soll erarbeiten, in welcher Form das Landestheater laut Grisebach „unter den gegebenen Prämissen zukunftsfähig ist“. Wichtige Fragen seien unter anderem, ob es mit oder ohne den Standort Schleswig in die Zukunft geht und wie die Wirtschaftlichkeit angesichts steigender Personalkosten  gewährleistet werden kann.

Im Rückblick auf die Gesellschafterversammlung im März betonte Grisebach: „Alle haben erkannt, dass wir das Kriegsbeil, das zuletzt heftig geschwungen wurde, wieder ganz tief vergraben müssen. Da sind wir jetzt dabei.“ Diese Erkenntnis sei das einzig Positive, dass er dem Rücktritt Klimants abgewinnen könne.

Als weitere Personalie des Tages wurde bekannt, dass der Heider Bürgermeister Ulf Stecher für Klimant in den Aufsichtsrat nachrückt.

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