zur Navigation springen

Familiengeschichte : Auf den Spuren der Vorfahren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine Reise in die Vergangenheit erlebten Gäste aus dem US-Bundesstaat Missouri. Linda und Stephen Eckard besuchten die Gemeinde Erfde, um Spuren ihrer Vorfahren zu finden. Die Ur-Ur-Großeltern waren 1849 von Norddeutschland nach Amerika ausgewandert.

von
erstellt am 19.Sep.2013 | 06:15 Uhr

Im Jahr 1849 wanderten der in Erfde geborene Claus Schacht und seine in Tetenhusen geborene Frau Anna, geb. Holing, nach Amerika aus. 164 Jahre später stehen Linda und Stephen Eckard aus der Stadt Saint Joseph, US-Bundesstaat Missouri, gemeinsam mit Jürgen und Angelika Groth aus Friedrichsholm in Erfde auf dem alten Friedhof bei der Kirche, um sich die Heimat ihrer Ur-Ur-Großeltern anzusehen.

„Das ist wirklich aufregend“, sagt Linda Eckart auf Englisch. Deutsch spreche sie leider nicht, auch wenn sie den Süden Deutschlands noch aus ihrer frühen Kindheit kenne, als ihr Vater als amerikanischer Soldat auf den deutschen Militär-Stützpunkten in Aschaffenburg, Heidelberg und Augsburg stationiert gewesen war. „Mit uns wurde immer nur auf Englisch und nicht in Deutsch gesprochen, daher habe ich die Sprache nie gelernt“, erklärt sie.

Im Norden Deutschlands sei sie zum ersten Mal und könne es kaum erwarten, die Heimat ihrer Vorfahren kennen zu lernen. Auf Einladung von Jürgen Groth erweiterte das Ehepaar Eckard seine Rundreise durch den Süden und die Mitte Deutschlands um einen Schwenker über Schleswig-Holstein.

In Erfde lassen sich noch Spuren der Familie Schacht finden, auf dem neuen Friedhof, der etwa einen Kilometer entfernt von der Kirche liegt, befindet sich eine Grabstelle. Aber auch einige der Gebäude und Hofstellen in dem Ort ließen sich noch den Vorfahren zuordnen, weiß Jürgen Groth. Seit vielen Jahren schon beschäftigt er sich mit dem Stammbaum seiner Familie und der Familie Schacht, mit der Ahnenforschung sowie mit Familien aus Friedrichsholm, Erfde und der näheren Umgebung, die nach Amerika ausgewandert sind.

Vor gut einem Jahr sei der Kontakt mit Linda Eckard per E-Mail zu Stande gekommen, berichtet der Ingenieur. Als sie von ihrer Deutschlandreise erzählte, luden Jürgen und Angelika Groth sie und ihren Mann Stephen spontan zu sich ein, um gemeinsam mit ihnen auf den Spuren ihrer Vorfahren zu wandeln.

Für Außenstehende ist die Erbfolge nur schwer nachzuvollziehen. Doch der Vater des nach Amerika ausgewanderten Claus Schacht war Harm Schacht, der wiederum mit Anna-Margaretha Groth verheiratet war. Der im Jahr 1749 geborene Konrad Groth sei ein gemeinsamer Vorfahre von ihm und Linda Eckard, erklärt Jürgen Groth die Verbindung beider Familien. Von Harm Schacht, geboren 1842, gestorben 1924, habe es bis vor einigen Jahren noch einen Grabstein auf dem alten Friedhof bei der Kirche in Erfde gegeben, der mittlerweile verschwunden sei. Doch auf einer Gedenktafel in der Kirche sind noch die Namen Harm und Hans Werner Schacht zu finden.

„Ich kann es kaum glauben, hier hat mein Ur-Ur-Großvater gestanden und ist in diese Kirche gegangen, das ist wirklich spannend“, sagt Linda Eckard. Die alte Kirche sei wundervoll ebenso wie der neue Friedhof: „Unsere Friedhöfe sehen ganz anders aus, nicht so hübsch wie hier“, erzählt sie. Nur einen Tag mit Übernachtung bei den Groths blieb dem amerikanischen Paar in Schleswig-Holstein. Wenn es nun wieder zurück in die USA geht, werden die Spurensucher unzählige Eindrücke und Erinnerungen an „Germany“, mitnehmen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen