„Auf besondere Weise besondere Menschen erlebt“

Die Foto-Gruppe: Anna Kiene, Nele Pernot, Seniorenheimbewohnerin Irene Neubacher im Original und als Porträtfoto, Johanna Voß, Lotta Hansen und Charlyne Schubert (von links).
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Die Foto-Gruppe: Anna Kiene, Nele Pernot, Seniorenheimbewohnerin Irene Neubacher im Original und als Porträtfoto, Johanna Voß, Lotta Hansen und Charlyne Schubert (von links).

Ausstellung mit Fotos und Klanginstallationen in der Schule Hohe Geest

shz.de von
15. Juli 2015, 14:01 Uhr

Schüler fotografieren Bewohner des Seniorenheims und konzipieren Klanginstallationen, die bei älteren Menschen positive Erinnerungen hervorrufen: In der Schule Hohe Geest (SHG) wurde jetzt eine Doppelausstellung der besonderen Art eröffnet. „Die Protagonisten sind anwesend“, sagte Kunstlehrer Helge Hanss zum Auftakt der Vernissage: Zum einen 15 Bewohner des Seniorenzentrums Mittelholstein, die gleich doppelt „anwesend“ waren – im Original und als Porträtfotos – sowie die 19 Achtklässlerinnen des Wahlpflichtkurses (WPK) „Rückenwind“, die ihre Fotos und „Klänge der Erinnerung“ präsentierten. Im Laufe des zurückliegenden Schuljahrs waren die WPK-Schülerinnen regelmäßig im kommunalen Seniorenheim in der Billundstraße zu Gast gewesen. Bei der Adventsfeier des Seniorenzentrums zum Beispiel bewirteten sie die Bewohner und sangen weihnachtliche Lieder (wir berichteten).

„Die Schülerinnen haben sich zum Ziel gesetzt, in dieser Ausstellung zu zeigen, wie sie auf besondere Weise besondere Menschen erlebt haben“, erklärte Hanss. Fünf Achtklässlerinnen machten sich vor vier Wochen mit einer Fotokamera auf den Weg ins Seniorenheim. „Vor dem Fotoshooting haben wir den Kontakt mit den Bewohnern aufgebaut und ihr Vertrauen gewonnen“, berichtete Charlyne Schubert, „wir wollten möglichst ausdrucksstarke Bilder schießen.“ Was den Hobbyfotografinnen auf eindrucksvolle Weise gelungen ist. „Man erkennt, dass diese Augen schon ganz viel gesehen haben“, meinte Anna Kiene mit Blick auf das Porträtbild einer Seniorin. Das Foto des Heimbewohners Günther Luckow zeige hingegen, dass er „sehr viel Humor besitzt und in seinem Leben viel gelacht hat.“

Muriel Seidel und Jasmina Jeß suchten ebenfalls das Gespräch mit den Seniorenheimbewohnern. Sie wollten herausfinden, welche Klänge für ältere Menschen mit positiven Erinnerungen behaftet sind. Die Radioübertragung vom deutschen Siegtreffer beim Fußball-WM-Finale in Bern 1954 ist zum Beispiel ein allgemeines akustisches Glückserlebnis, das die Schülerinnen in ihre mp3-Klanginstallation „Sport“ einbauten, die darüber hinaus Basketball- und Tennis-Geräusche enthält. In der Klanginstallation „Tiere“ ist natürlich Vogelgezwitscher zu hören, in der mp3-Klangsammlung „Musik“ unter anderem das Titellied aus der Filmromanze „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ (1953) und die „Capri-Fischer“. „Diese Kontakte zwischen jungen und alten Menschen sind für beide Seiten eine ganz großartige Sache“, lobte Schulleiter Hans Christian Behrendt das Konzept des „Rückenwind“-Kurses, der auch im kommenden Schuljahr fortgeführt werden soll.

Von den Exponaten der Doppelausstellung war Behrendt ebenfalls begeistert: „Hier wird ein hervorragendes Ergebnis präsentiert – und das zeigt wieder mal, dass wir eine innovative, aufgeschlossenen, junge und offene Schule sind.“

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