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Tierischer Umzug : Auerochsen weiden nun mitten in Aukrug

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Umsiedlung war erfolgreich: Die ersten Tiere haben die Jungviehweide in Besitz genommen.

Ab sofort weiden auch mitten in Aukrug Auerochsen. „Ich freue mich, dass es nach langen Planungen nun geklappt hat, unsere vierte Fläche einzuweihen“, sagte der 1. Vorsitzende des Vereins für „Extensive Robustrinderhaltung im Naturpark Aukrug“ (Erna), Jürgen Hirschbiegel, kurz bevor die ersten drei Heckrinder auf die neue Weide gelassen wurden.

2002 hatte Erna Heckrinder aus Holland geholt und an der Buckener Au in Homfeld angesiedelt, 2003 kam eine Weidefläche in Fitzbek (Kreis Steinburg) hinzu, und seit 2006 grasen auch Auerochsen im Bünzautal. Für die neue vierte Weidelandschaft in Innien und Bünzen konnte Erna eine zusammenhängende, zwölf Hektar große Fläche von drei verschiedenen Eigentümern pachten: von der Gemeinde Aukrug, von der „Kurt und Erika Schrobach-Stiftung“ und vom Aukruger Bund für Natur- und Landschaftsschutz. Auf der neuen Weidefläche sollen Färsen von den übrigen drei Erna-Flächen ein Jahr getrennt von ihren Zuchtbullen verbringen. „Die Färsen sollen nicht so früh kalben, sondern erst, wenn sie etwas robuster sind“, erläuterte Hirschbiegel. Zwei erfahrene Heckrindkühe sollen als Aufpasserinnen mit auf die Fläche.

Eine dieser „Tanten“ war nun auch dabei, als Stefan Siemesgelüss die ersten Bewohner der neuen Weidefläche von Homfeld zur Bünzer Burg kutschierte. Die morgendliche Einfangaktion mit einem für diese Zwecke gebauten Spezialgatter hatte folgendes Ergebnis gebracht: eine „Tante“ (vier Jahre alt), deren Ochsensprössling (zwei Jahre) und eine Färse (ein Jahr). Mehr weibliche Jungtiere konnten nicht eingefangen werden, weil das im Winter als Zusatzfutter eingesetzte Heu nicht mehr als Lockmittel taugt. „Die Natur ist ja dies Jahr schon so weit, dass die Tiere kein Futter von uns mehr brauchen“, erklärte Siemesgelüss und lobte die drei vierbeinigen Erstbewohner der neuen Fläche: „Das sind sehr ruhige und entspannte Tiere, die sich jetzt hier eingewöhnen, die Weide in Besitz nehmen und dafür sorgen, dass die weiteren Rinder, die noch dazukommen, hier ganz ruhig in Empfang genommen werden.“

Geplant ist, dass noch weitere Färsen im Bünzautal (fünf) und in Fitzbek (drei) eingefangen und auf die neue Jungviehweide gebracht werden. „Auf dieser innerörtlichen Fläche können unsere Auerochsen viel besser von den Leuten gesehen werden“, erklärte Hirschbiegel. „Auch der landschaftspflegerische Aspekt kommt hier zum Tragen“, ergänzte Jan-Marcus Carstens vom Naturschutzring Aukrug, „durch die Beweidung wird sich hier eine ganz andere Pflanzengesellschaft entwickeln.“

„Die Leute sollen sich an den Tieren erfreuen“, betonte Siemesgelüss, „aber Spaziergänger dürfen nicht auf die Fläche, und Hunde müssen angeleint werden.“ Vorgestellt wird die Färsenweide beim „Tag der offenen Flur“ am 6. Juli.


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