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Westerrönfeld : „Auch in Afrika gibt es Internet“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jennifer Kleemann räumt mit Vorurteilen auf: Ein Jahr verbrachte die 21-Jährige in Togo und absolvierte dort ihren Freiwilligendienst.

von
erstellt am 10.Okt.2014 | 01:24 Uhr

Jennifer Kleemann wollte mal raus aus Westerrönfeld, etwas anderes sehen, etwas Neues erleben und dabei auch noch Gutes tun. Deshalb hat sie sich vor einem Jahr dazu entschlossen, ins Ausland zu gehen und ihren Freiwilligendienst zu leisten. Schnell war ihr klar, wo es hingehen soll: „Mein ehemaliger Lehrer kommt aus Namibia. Deshalb bin ich auf Afrika gekommen.“ Mit dem Verein für internationalen und interkulturellen Austausch ging es für zwölf Monate nach Togo (Westafrika). Dort arbeitete die heute 21-Jährige in einem Waisenhaus. Inzwischen ist sie wieder in Westerrönfeld angekommen, die Sehnsucht nach Afrika im Gepäck.

Was für Jennifer Kleemann ein einmaliges Abenteuer war, bereitete ihrer Mutter große Sorgen: „Ich hatte Angst, dass sie Heimweh bekommt und noch größere Angst, dass sie sich mit einer gefährlichen Krankheit ansteckt“, gesteht Sabine Kleemann. Besonders die Berichte über Ebola-Erkrankungen in den vergangenen Wochen ließen die Mutter nicht los. Vor Ort sei natürlich auch über Ebola gesprochen worden, berichtet Jennifer, doch in ihrer Region habe es keinen bekannten Fall gegeben. „Wenn jemand erkrankt wäre, hätte man mich sofort ausgeflogen“, sagt sie. Denn als Deutsche im Freiwilligendienst stand ihr Name auf der sogenannten Krisenvorsorgeliste.

Wenn Jennifer Kleemann heute auf ihre Zeit im Ausland zurückblickt, kann sie es kaum fassen, was die Deutschen für Vorstellungen von Afrika haben und wie der Kontinent in den Medien dargestellt wird. „Dort laufen nicht einfach Elefanten über die Straße. Es sind nur ganz normale Ziegen und Hühner.“ Viele staunen außerdem darüber, dass sie mit ihren afrikanischen Freunden über den mobilen Nachrichtendienst „Whats App“ kommuniziert: „Ja, auch in Afrika gibt es Internet“, lautet dann ihre knappe Antwort dazu.

Besonders fasziniert sei sie von den Menschen vor Ort gewesen. Solch eine Offenheit und Herzlichkeit erlebe man hier nur selten. „Fragt man jemanden nach dem Weg, wird man dort gleich persönlich zu dem gesuchten Ort gebracht“, berichtet sie. So etwas würde man hier in Deutschland nie erleben.

Auch nach ihrem Freiwilligendienst will sich Jennifer weiter engagieren. Mit dem Verein der Freunde Togos plant sie, ein eigenes Waisenhaus zu gründen. Das Grundstück haben sie bereits, jetzt geht es ans Spenden sammeln. Auch ihr einjähriger Aufenthalt wurde durch Spenden finanziert. Vor ihrer Abreise musste sie 1800 Euro sammeln. Familie, Freunde und Bekannte unterstützten sie dabei. Auch die Seniorenanlage Fockbek, der Arbeitsplatz ihrer Mutter, hat die Reise der 21-Jährigen finanziell gefördert.

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