100 Jahre Hotel Hansen : Auch Helmut Kohl war hier zu Gast

Familientradition: Andreas Rieck und seine Schwester Stephanie übernehmen das Hotel Ende des Jahres von ihren Eltern Peter und Brigitte Rieck.
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Familientradition: Andreas Rieck und seine Schwester Stephanie übernehmen das Hotel Ende des Jahres von ihren Eltern Peter und Brigitte Rieck.

Das Hotel Hansen feiert morgen seinen 100. „Geburtstag“. Die vierte Generation übernimmt Ende des Jahres den Betrieb.

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26. Juni 2014, 06:00 Uhr

Tradition und Gastlichkeit werden bei Familie Rieck groß geschrieben – und das bereits in der vierten Generation. Morgen feiert das „Hotel Hansen“ in der Bismarckstraße seinen 100. Geburtstag. Es ist damit das älteste Gasthaus der Stadt im Familienbetrieb.

Die Geschichte des Hotels ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden. Für die Besucher der Viehmärkte in der 1913 entstandenen Nordmarkhalle sollte ein Hotel gebaut werden. Thomas Hansen, eigentlich Mühlenbesitzer und Fleischbeschauer, ließ sich vom damaligen Bürgermeister überreden, den Gasthof zu betreiben. „Damals waren rundherum nur Schrebergärten, die anderen Gebäude wurden erst 1927 gebaut“, weiß Brigitte Rieck, Enkelin von Thomas Hansen, über die Anfänge ihres Hotels zu berichten.

Zu Beginn gab es in „Hansens Gasthof“, wie er zuerst hieß, 16 Zimmer mit Etagenbad. Zum Händewaschen muss heute aber niemand mehr ins Treppenhaus. „Wir sind ein traditionelles Haus, aber mit moderner Einrichtung“, sagt Peter Rieck. „Wir gehen mit der Zeit.“ Nach mehreren umfangreichen Umbauten zählt das Hotel 26 Zimmer, natürlich jeweils mit Badezimmer.

Was sich in den 100 Jahren allerdings nicht verändert hat, ist die Gastlichkeit. Ob Viehhändler und Bauern vor 100 Jahren, Norla-Besucher in den 1960er Jahren oder Urlauber, alle werden mit derselben Freundlichkeit bewirtet. „Hier geht es immer weiter. Unser Ruf ist gut“, sagt Peter Rieck.

Er hat seit der Übernahme des Hotels von seinen Schwiegereltern Elly und Walter Hansen eine Veränderung bei der Kundschaft wahrgenommen. „In den 1970er Jahren hatten wir viele Gäste von der Werft Nobiskrug“, erinnert sich Rieck. Viele Monteure seien im Hotel eingekehrt. Heute sind es weniger Arbeiter, dafür mehr Touristen, die zu ihnen kommen. Gerade Urlauber, die eine Fahrradtour entlang des Kanals machen, übernachten gern bei Hansens. Dazu genießen sie die Spezialität des Hauses: Ente auf Holsteiner Art. „Die läuft wie geschnitten Brot.“ Der Familienbetrieb ist allerdings nicht nur bei Touristen beliebt. Im Festsaal und der Remise hat schon so manche Familie und so mancher Betrieb aus der Region seine Feste ausgerichtet.

So mancher Prominenter ist über die Jahre in der Bismarckstraße eingekehrt. „Wir hatten alles, was Rang und Namen hat. Helmut Kohl, Otto, Franz-Josef Strauß und Peer Steinbrück.“ An die Mitglieder des „Musikantenstadls“ erinnert sich Rieck besonders gern: „Maxl Graf und Fred Bertelmann hatten nach ihren Auftritten Hunger. Um 23.30 Uhr hab ich mich in die Küche gestellt und wir haben zusammen gekocht.“ Diesen besonderen Service bekommen allerdings nicht nur Berühmtheiten. „Wir haben den Betrieb Anfang Januar 1979 von meinen Eltern übernommen. Damals war die große Schneekatastrophe“, erinnert sich Brigitte Rieck. Die Feier war vorbereitet, aber für die geladenen Gäste kein Durchkommen. Kurzerhand lud die Familie die Hotelgäste ein.

Eine solch freundliche Atmosphäre wird Rendsburg und seinen Gästen auch in der vierten Generation erhalten bleiben. Koch Andreas Rieck (34) und Hotelfachfrau Stephanie Rieck (29) übernehmen den Betrieb Ende des Jahres von ihren Eltern. Die Geschwister sind in und mit dem Hotel groß geworden und haben das Gewerbe im Blut. Deswegen stand für Stephanie früh fest: „Ich bleibe im Familienbetrieb.“ Neben der Vielfalt und der Kreativität ihrer Arbeit schätzt sie vor allem den Kontakt mit ihren Gästen.

Es ist also alles bestens vorbereitet, um die Gäste weiterhin mit der für Hansens Hotel berühmten Gastlichkeit zu bewirten – auch ganz ohne Schneesturm.

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