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Hohenwestedt : Auch auf dem Land den Anschluss halten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bündnis 90/Die Grünen luden zum Informationsabend über die Zukunft des ländlichen Raumes.

Überalterte Hausärzte, neue Schulmodelle, Breitbandversorgung und ein umstrittener Abluftfiltererlass: Das waren die Hauptthemen beim „Bündnis 90/Die Grünen“-Infoabend im „Landhaus“. Das Veranstaltungsmotto „Mit Europa den ländlichen Raum bewegen“ bezog Dr. Robert Habeck (Foto) in seinem Auftaktstatement konkret auf die EU-Fördermittel, die Schleswig-Holstein aus Brüssel zu erwarten hat: „Das ist erhebliches Geld, das gut oder schlecht eingesetzt werden kann.“

Der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume diagnostizierte einen grundlegenden Wandel der ländlichen Lebenskultur: „Der Kitt der Gesellschaft im ländlichen Raum ändert sich und muss neu angerührt werden.“ Es komme darauf an, auf dem Lande in punkto Technik und Bildung den Anschluss zu halten, betonte Habeck und präsentierte eine Idee für neue Einkommensmöglichkeiten: „Die Verzahnung von kulinarischen und touristischen Angeboten ist ein noch nicht gehobener Schatz in Schleswig-Holstein.“

Die gesundheitspolitische Sprecherin der „Bündnis 90/Die Grünen“-Landtagsfraktion, Dr. Marret Bohn, forderte regionale Gesundheitskonferenzen, um rechtzeitig auf drohenden Ärztemangel reagieren zu können.

Zum Auftakt der Diskussion kritisierte Hans-Jürgen Thun einen neuen Abluftfiltererlass und bekam dabei Schützenhilfe vom Bauernverbands-Vizepräsidenten Klaus-Peter Lucht: „Diese ständigen neuen Verordnungen treiben uns in die Enge und die jungen Leute aus der Landwirtschaft.“ Mit dem Filtererlass wolle man vor allem „neue Ställe auf den Stand der Technik bringen“, erklärte Habeck und kündigte eine Neuformulierung der Filterverordnung an: „Ich bin guter Hoffnung, dass der Druck, der bei Ihnen da ist, sich dann legen wird.“

Applaus bekam der Minister für sein Statement zur Vergabe von EU-Fördermitteln an die Landwirtschaft: „Geld, das aus der Gesellschaft kommt, sollte auch nach gesellschaftlichen Kriterien ausgegeben werden.“ Und Beifall für den Minister gab es auch, als er die anstehende Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes verteidigte: „Ein Schleswig-Holstein, das nur aus Windmühlen, Biogasanlagen, Stromtrassen, Gewerbegebieten und Fehmarnbeltquerungen besteht, ist nicht das Land, das wir haben wollen.“

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