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Fenster eingeschmissen : Attacke auf CDU-Wahlkampfladen

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Splitternde Scheiben am Schiffbrückenplatz / Mitglieder schwanken zwischen Galgenhumor und Nachdenklichkeit

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 07:42 Uhr

Rendsburg | Die Rendsburger CDU hat die hässliche Seite der Stadt mitten im Wahlkampf zu spüren bekommen. Der neu eingerichtete Wahlkampfladen am Schiffbrückenplatz wurde in der Nacht zum Donnerstag Ziel von Randalierern. Mit faustgroßen Steinen, zuvor offensichtlich aus der Bankette vor dem Haus gelöst, wurden zwei Fensterscheiben des ehemaligen Porzellangeschäfts zertrümmert. "Es ist sehr ärgerlich, dass an so einem belebten Ort unser Engagement zur Belebung der Innenstadt so hässlich beantwortet wird", erklärte der Ortsvorsitzende Ralf Kaufmann. Er vermutet, dass die Täter hofften, bei der CDU Wertgegenstände zu finden, das aber sei nicht der Fall. In dem Laden am Schiffbrückenplatz lagern Plakate, Flyer und bestenfalls Werbe-Kugelschreiber. "Und wie viele Flyer gestohlen wurden, kann ich nicht sagen." Kaufmann wertet den versuchten Einbruch nicht als politisch motivierte Tat, sieht es aber auch nicht als Zufall an, dass gerade der Laden der CDU Zielscheibe der Attacke war: "Ich bin über die offensichtliche Wut und Gewalt dieser Aktion überrascht. Wir sind doch nun wirklich gesprächsbereit und die Öffnungszeiten des Ladens stehen an der Tür", erklärte Ralf Kaufmann in einer Pressemitteilung.

Überwiegend wurde der Vorfall in der Rendsburger CDU mit Galgenhumor hingenommen. "Da wollte jemand unsere guten Argumente klauen", schrieb Ratsfrau Anja Ilgenstein zu einem Foto der gerade notdürftig reparierten Scheibe auf Facebook. Entsprechend fielen die Kommentare aus. Geschäftsmann Dirk Albers aus der Königstraße, der auf zahlreiche ähnliche Erfahrungen verweisen kann, antwortete mit einem lakonischen "Willkommen im Club". Und Kerstin Scheil, die die Immobilie durch ein Café ersetzen will (wir berichteten) verwies darauf, dass der Abriss eigentlich erst für das kommende Jahr geplant sei.

Bei allem Humor herrscht bei der Rendsburger CDU doch ein mulmiges Gefühl. "Das waren sicher betrunkene Randalierer, die ihrem Frust und ihrer Aggressivität freien Lauf gelassen haben", vermutet Anja Ilgenstein, die gestern zusammen mit Rüdiger Gerlach mit Aufräumarbeiten beschäftigte war. "Typisch Rendsburger Innenstadt", kommentierte sie das Geschehen. Zumindest indirekt, so die stellvertretende Ortsvorsitzende, könne man doch einen

politischen Hintergrund vermuten: "Warum sind gerade bei uns die Scheiben zertrümmert worden und nicht in den benachbarten Häusern? War das wirklich nur Zufall oder ist es passiert, weil wir eine politische Partei sind?"

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